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Lexikon für Taucher


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Unterkühlung

Drei Phasen der Unterkühlung (Hypothermie):
Beginn, wenn die Kerntemperatur unter 36,5°C fällt

* Erregungsstadium ( 37 – 34°C): Psychische Erregung (Streßsituation, Angstgefühle), unwillkürliches Muskelzittern, vertiefte Atmung, blasse Haut, 1 Engerstellung der Blutgefäße, beschleunigter Stoffwechsel, Blutdruckerhöhung, Steigerung der Pulsfrequenz

* Erschöpfungsstadium (34 – 27°C): Bewußtseinstrübung bis zur Bewußtlosigkeit, Nachlassen von Schmerzempfindung und Wahrnehmungsfähigkeit, langsamer Pulsschlag, Muskelstarre, flache, unregelmäßige Atmung, Herzrhythmusstörungen

* Lähmungsstadium (unter 27°C): Bewußtlosigkeit, Muskelstarre, Atemstillstand, Tod durch Herzkreislaufversagen


Behandlung:
In der ersten Phase genügt meist Wiedererwärmung durch wärmende Decken, trockene Kleidung, evtl. Wärmepacks auf Brust und Rücken (Vorsicht vor Verbrennungen!), heiße, gezuckerte Getränke. Bei beginnender Unterkühlung kann auch noch ein heißes Bad empfohlen werden, hier aber Tauchgangsprofil beachten – Gefahr eines Dekounfalls !

In der zweiten und dritten Phase ist Wiedererwärmung nur über Decken und Plastikfolien zu empfehlen, der Verunfallte sollte so wenig wie möglich bewegt werden, damit das kalte Blut nicht in den Körperkern gelangt.
Rettungsdienst benachrichtigen, Verunfallten, die voll bei Bewußtsein sind, heiße Getränke zuführen, evtl. Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW).

Auf keinen Fall darf ein Unterkühlter heiß gebadet, zuviel bewegt oder falsch gelagert werden, da es dann zu einem weiteren Abfall der Kerntemperatur durch Zustrom kalten Blutes aus der Peripherie und zu einem Kreislaufkollaps durch Blutdruckabfall kommen kann (After-drop, after-fall).

Vorbeugung:
Gute Auswahl des Kälteschutzes, Tauchgangsabbruch bei Kältegefühl und Frieren.

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