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Lexikon für Taucher


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Barotrauma

Barotraumen oder Barotraumata können in allen starren Körperhöhlen auftreten. Nur flexible Körperhöhlen sind in der Lage, ihr Volumen dem sich ändernden Druck anzupassen.
Im Körper haben alle starrwandigen Hohlräume eine Verbindung zu einem flexiblen Hohlraum, über die sie die Druckdifferenz abbauen können. Ist diese Verbindung aber geschlossen, z.B. Nasennebenhöhlen, muss der starre Hohlraum sein Volumen ändern. Dies geschieht bei Druckzunahme z.B. durch das Einleiten von Flüssigkeit in der Lunge oder Nasennebenhöhlen (Unterdruckbarotrauma). Dadurch wird das Volumen kleiner und der Druck erhöht sich.
Bei Druckabnahme vergrößert sich das Volumen der Luft in dem Hohlraum und preßt das Gewebe zusammen (Überdruckbarotrauma). In beiden Fällen ist dies recht schmerzhaft.

Typische Überdruckbarotraumen:
Mangelnder Druckausgeleich in der Maske oder der Ohren.
Implodieren von Zähnen bei mangelhafter Zahnreparaturen.
Lungenüberdehnung bis hin zum Lungenriss bei Luftanhalten beim Auftauchen.

Typische Unterdruckbarotraumen:
Wasseransammlung in der Lunge, z.B. beim Schorcheln mit zu langem Schnorchel.


Barotrauma des Auges

Beim Abtauchen kann es zu einem Unterdruckbarotrauma des Auges kommen, wenn keine Luft in den Maskenraum geatmet wird.

Folge:
Herausziehen des Augapfels, vorübergehende Sehnervenschädigung.

Symptome:
Schwellung der Augenlider, Blutaustritt, Sehstörungen, Schmerzen in den Augenhöhlen.

Therapie:
Kühlende Umschläge, abschwellende Augentropfen, Augenarzt.

Barotrauma der Haut

Bei Faltenbildung des Anzugs, wenn kein Druckausgleich herbeigeführt werden kann, z.B. bei Trockis ohne Unterzieher oder schlecht sitzenden Naßtauchanzügen. Es kommt zu Hämatomen der Haut, die in die Falten gedrückt wird.

Symptome:
Peitschenartig blutunterlaufene Streifen am Körper.

Barotrauma des Innenohrs

Ein Barotrauma des Innenohrs im eigentlichen Sinn ist nicht möglich, da es sich nicht um einen luftgefüllten Hohlraum handelt. Eine druckbedingte Schädigung ist jedoch bei erzwungenem Druckausgleich möglich, wenn durch die Druckwelle die Platte des Steigbügels in das ovale Fenster gedrückt wird.
Der Druck setzt sich durch die Flüssigkeit von Schnecke und Labyrinth fort und drückt das runde Fenster in die Paukenhöhle.
Durch einen forcierten Druckausgleich kann auch das runde Fenster in Richtung Mittelohr platzen. Dies wird durch einen Druckanstieg der Flüssigkeit in Gehirn und Rückenmark, der sich auch in das Innenohr fortsetzt, verursacht (Explosives Barotrauma). Bei einem implosiven Barotrauma werden beide Fenster in Richtung Innenohr gedrückt.

Symptome:
Drehschwindel, Übelkeit, akuter Hörverlust, Ohrgeräusche, Orientierungsverlust

Therapie:
Absolute Bettruhe mit Hochlagerung des Kopfes, Ruhe, Arzt

Barotrauma des Mittelohrs

Das Mittelohr steht über die Eustach´sche Röhre mit dem Nasen-Rachen-Raum in Verbindung. Bei einer Verlegung der Tube durch Bagatellinfekt oder bei einem nicht erfolgten Druckausgleich, der aktiv durch Pressen erfolgen muß, kommt es zu einem Unterdruckbarotrauma.

Folge:
Schwellung der Schleimhäute, Wölbung des Trommelfells nach innen bis zum Riss.

Symptome:
Stechender Schmerz, bei Riß des Trommelfells plötzlich nachlassend. Hörminderung, Blutaustritt. Drehschwindel, Orientierungsverlust, Übelkeit, Erbrechen, evtl. Labyrinthschock durch Reizung des Bogengangapparates.

Therapie:
Trockenhalten des Gehörgangs, evtl. Schon unter Wasser manuelles Abdichten, schmerzlindernde Medikamente, Arzt

Barotrauma der Nasennebenhöhlen

Zu den Nasennebenhöhlen gehören Kieferhöhle, Stirnhöhle, Siebbeinzellen, und Keilbeinhöhle. Sie alle können genauso durch Verlegungen vor dem Abtauchen von Barotraumen betroffen sein. Folgen sind jeweils Schwellungen der Schleimhäute mit Flüssigkeitsaustritt und Blutungen.
Möglich ist auch die Verwendung von Nasensprays vor dem Tauchen ein Überdruckbarotrauma der Kieferhöhle, wenn der Druck durch Verlegung der Verbindungswege beim Auftauchen nicht entweichen kann zu vermeiden.
Hiervon ist aber dringend abzuraten! Lässt die Wirkung des Medikamentes nach, kann dies zu einer äusserst schmerzhaften Umkehrblockierung führen!

Therapie:
In manchen Fällen kann die Höhle angebohrt werden, meist helfen jedoch abschwellende Tropfen, Schmerzmittel und Sauerstoff.

Barotrauma der Verdauungsorgane

Auch Magen und Darm können von Barotraumen betroffen werden, wenn die Gasmenge zu groß ist, als daß sie die flexiblen Hohlräume bewältigen könnten. Beim Magen kann dies durch Verschlucken von Luft geschehen, beim Darm durch Verdauungsprozesse nach dem Genuß blähender Speisen.

Therapie:
Gas auf natürliche Weise entweichen lassen, evtl. noch einmal tiefer tauchen und langsam wieder auftauchen. Auch Magen und Darm können von Barotraumen betroffen werden, wenn die Gasmenge zu groß ist, als daß sie die flexiblen Hohlräume bewältigen könnten. Beim Magen kann dies durch Verschlucken von Luft geschehen, beim Darm durch Verdauungsprozesse nach dem Genuß blähender Speisen.

Therapie:
Gas auf natürliche Weise entweichen lassen, evtl. noch einmal tiefer tauchen und langsam wieder auftauchen. Bei den Zähnen ist ein Barotrauma als Unterdruck- oder Überdruckbarotrauma möglich. Es kommt zu Zahn- oder Kieferschmerzen, zu einem Implodieren von Füllungen oder ganzen Zähnen.
Auch Zahntaschen können durchaus kleine Hohlräume bilden, die zu Problemen beitragen können.

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