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Kritik - Sparte Technik

Windows Vista versus Windows XP

Eingetragen am 05.01.2009

Nun war es soweit, es musste ein neuer Computer her...

Ob der Gerüchte, das Windows Vista Müll sei, habe ich mich auch immer gegen Vista gewehrt.
Da soll Software nicht mehr laufen, notwendige Treiber seien nicht vorhanden, nervige PopUps und vieles mehr.
Die neue Oberfläche Aero kostet nur Speicherplatz und Ressourcen, ehrlich, der ganze grafische SchnickSchnack interessiert mich auch nicht die Bohne.

Gegen Windows XP hatte ich mich anfangs ja auch gewehrt, da schon dieses Betriebssystem im Gegensatz zu Früheren recht speicherhungrig war. Aber die Computer wurden immer leistungsfähiger und dieses Argument wurde schnell entkräftet.
Im Nachhinein betrachtet muss ich sagen, Windows XP war schon klasse! Installationen, Software, Netzwerkeinrichtungen, alles war ein Kinderspiel.
Selbst mein mit 500 MB RAM ausgestattes Notebook war flott, erst recht mein PC mit 1 GB RAM, Pentium und 2,x Mhz getaktet.
Nicht einmal in gut 6 Jahren sind diese Rechner abgestürzt, die laufen und laufen...

Nun fing ich mit der Erstellung von Videos an, da stieß mein alter Rechner doch an seine Grenzen. Der Mixdown für ein 10min-Video dauerte gut 30 Minuten.

Am liebsten hätte ich mir einen neuen Windows XP-Rechner mit Dual Core und 4 GB RAM zugelegt, denn mehr kann Windows XP nicht verabeiten. Den gabs aber nicht mehr, also musste ein Windows Vista Betriebsystem her.
Meine Idee, ein Windows XP auf einen neuen Rechner zu installieren, war nichts, da Windows XP scheinbar mit den neuen Motherboards nicht klar kommt.

Wenn ich denn schon auf auf Windows Vista umsteigen soll, dann Klotzen. Windows Vista läuft erst mit 2 GB RAM halbwegs vernünftig, also legte ich mir einen Rechner mit 8 GB RAM mit zwei Dual Core zu je 2,66 Mhz getaktet zu.
Damit die 8 GB verwaltet werden können, installierte ich die 64 Bit-Version.

Meine Erfahrungen nach nunmehr gut 6 Monaten mit Windows Vista:

Software:

Das Voruteil, dass Software nicht läuft, oder dass es keine Treiber für Hardware gibt, ist so nicht mehr haltbar.
Die Software muss nur aktualisiert werden, selbst Freeware-Software läuft völlig problemlos. Erstaunt war ich, dass selbst Uraltsoftware läuft. Hierbei handelte es sich allerdings um sog. Selbstläufer, die auf keine .dll zugreifen müssen.
Manche nützliche Software läuft aber trotzdem nicht, allerdings gibt es dann Altenativen.
Probleme können aber doch entstehen:
Grundsätzlich installiert Windows Vista Software in den Ordner Programme bzw. Program Files. Dieser Ordner erfordert aber bestimmte Berechtigungen und hier kann es vorkommen, dass installierte Programme nicht laufen.
Wenn eine Software auf Windows Vista nicht läuft, sollte man die Software in ein anderes Verzeichnis installieren! Manchmal muss man auch explizit als Administrator ausführen.
Alles beruht auf Rechtervergabe, hier kann dann eine Software nicht auf Systemdateien zugreifen, die für die Ausführung notwendigt sind. Beispiele: Mein MAGIX und der Media-Player erkennen die installierten Codecs nicht...

Treiber:

Jegliche Hardware, auch recht alte von mir verwendete läuft völlig problemlos. Es streikt lediglich Hardware für Win98 die vielleicht noch auf Windows XP gelaufen ist. Ansonsten ist nunmehr alles für Vista zu haben.

Usability:

Ist ja toll, was sich die Windows-Macher bei der neuen Vista-Oberfläche gedacht haben. Vielleicht kommt es dem Kundenwunsch nahe, aber ein Vorteil sehe ich nicht. Auf den grafischen SchnickSchnack Aero kann ich gut verzichten.
Nervig sind all die Abfragen, ob ich denn wirklich tun möchte, was ich denn tun möchte...
Sei es etwas zu Installieren, sich Systemdateien anzuschauen oder auszuführen, immer nur nervige Abfragen. War die Menüführung unter Windows XP recht klar, muss ich unter Windows Vista lauter Umwege auf mich nehmen.
Natürlich kann man Windows Vista konfigurieren, aber ich kaufe mir doch keinen Computer, um zuvor erst einmal Stunden für die Konfiguration aufzuwenden.

Geschwindigkeit:

Mir war klar, dass Windows Vista speicherhungrig ist, darum hatte ich mir ja auch eine schnelle Kiste mit viel Speicher zugelegt.
Bei Office- und anderen Programmen kann ich keinen Unterschied bemerken. Bei der Bildbearbeitung mit einer speicherfressenden Software habe ich einen Geschwindigkeitsgewinn von gut 50%.
Die Konverteierung von Videos ist fast genau so lahm wie auf meinem alten Rechner. Der Geschwindigkeitsgewinn liegt hier vielleicht bei 15 - 20%
Internet, Verschieben oder Kopieren von Dateien läuft nicht schneller als unter Windows XP auf meinem alten Rechner ab!

Stabilität:

Ist mein Windows XP ist in den gut 6 Jahren nie abgestürzt, konnte ich den letzten 6 Monaten unter Windows Vista gut 10 Programmabstürze vermelden.
Wie gesagt, ich verfüge über 8 GB RAM, da vermeldet mein MAGIX bei der Erstellung einer Diashow (1 GB) plötzlich, dass nicht genügend RAM zur Verfügung steht...
Die Ursache wird wohl sein, dass zwar Vista die 8 GB verwalten kann, aber die Software nicht wirklich für 64 Bit-Systeme ausgelegt ist. Habe ich gut 50% RAM ausgenutzt, ist schluss!

Fazit:

Die neue Benutzeroberfläche soll eigentlich Nutzerfreundlicher sein. Da Windows den Normaluser in meinen Augen für ziemlich blöde hält und ihm alles vorkaut und bevormundet ist sie letztendlich komplizierter und nutzerunfreundlicher als das alte Windows XP.
Mag ja sein, dass Windows Vista sicherer geworden ist, aber hätte man nicht auch in Windows XP anpassen können?
Ein Geschwindigkeitsgewinn ist ausgenommen bei rechenintensiven Programmen selbst auf HighEnd-Rechnern kaum zu entdecken.
Bei einem Windowas Vista 32 Bit sehe ich überhaupt keine Vorteile.
Ich denke, dass die Vista 64 Bit Version später mal ihre Vorteile ausspielen wird, wenn es auch genügend echte 64 Bit-Software dazu gibt.

Wer keine Videos oder RAW-Dateien bearbeitet, für den lohnt sich Windows Vista IMHO nicht, der sollte, wenn noch möglich, sich einen alten Rechner mit Windows XP zulegen.

Ist zwar traurig, dass das Verhältnis Rechenpower zu Geschwindigkeit im Moment völlig mangelhaft ist, aber wer eh einen neuen Computer braucht und gerne spielt, RAW-Bilder oder Videos bearbeitet, für den lohnt sich ein Windows Vista schon.
Hier auch gleich die 64-Bit Version. Wenn dann die entsprechende Software folgt, so hoffe ich, wird auch dieses Vista schnell.

 

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