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Fotografie - Sparte

Eingetragen / aktualisiert am 07.12.2008

Ich hatte mir die Canon G9 eigentlich zugelegt, um relativ kostengünstig meinem Hobby Unterwasserfotografie zu frönen und auch um meinen alten Sea&Sea YS-60 Blitz zu nutzen.
Tja, fehlgedacht...

Wer sich für die  Canon G9 für die Unterwasserfotografie entscheiden möchte, sollte zunächst einen Blick in meinen Testbericht werfen, um sich ein Bild von den Eigenarten der Kamera zu machen.

Grundsätzlich halte ich die Canon G9 für die Unterwasserfotografie für untauglich. Das Standard-Gehäuse ist bestenfalls für ein paar Erinnerungsfotos gut, taugliche Unterwassergehäuse und notwendiges Zubehör führen schnell in eine Preisklasse, wo man sich überlegen sollte, in die SLR-Klasse einzusteigen.

Umbauten unter Verwendung von Sea&Sea Zubehör:
Die Blitzschiene passt zu keinem anderen Gehäuse. Sea&Sea-Blitze können auch mittels Adapter TTl-tauglich gemacht werden, der finanzielle Aufwand ist aber immens. Lohnt sich IMHO nicht...

Fertige Systeme:
Es gibt genügend Systeme, ich bevorzuge Ikelite, aber auch hier ist zu überlegen, ob sich der Aufwand für eine kompakte Kamera lohnt, alleine ein Blitz schlägt mit gut 900 Euronen zu Buche, dann das Gehäuse, Domports, Objektive usw.
Lohnt sich für diese Kamera IMHO nicht...

Aber es geht doch, zumindest für handwerklich begabte:
Zur Zufall stieß ich auf einen Brian Mayes, einige seiner Bilder hauten mich schlicht vom Sockel und alles mit der Canon G9 mit Canon Unterwassergehäuse ohne separaten Blitz!
Was hat er gemacht?
Er modifizierte den Ring am Port, um dort einen Aufnahmering für Weitwinkelkonverter aufzunehmen. Wie er das gemacht hat:
www.digidiver.net/phpBB2/viewtopic.php
Seine Bilder:
www.flickr.com/photos/brianmayes/
Mittlerweile hat er auch einen externen Blitz, aber die meisten Bilder sind mit dem Kamerablitz gemacht. Dazu hatte er sich eine Schiene gebastelt, an der er am Ende ein Blech montiert hatte, welches das Licht auf das Motiv gelenkt hatte.
Im Gegensatz zu fertigen Systemen sind hier die Kosten eher moderat.

Ein Grundsätzlicher Tipp:
Den Autofokus der Canon G9 halte ich für daneben. Gerade bei der Makro-Fotografie ist es wichtig, den Schärfepunkt richtig zu setzen, dies ist bei der G9 eine reine Lotterie. Hier solltet Ihr die Entfernung vorwählen und die Feinjustierung mit dem Körper vornehmen. Das gilt an Land wie unter Wasser, unter Wasser setzt es allerdings voraus, dass ihr über die Grundfertigkeiten des Tauchens verfügt ;-)

Fazit:
Auch wenn die Canon G9 in Foren immer wieder genannt und gelobt wird. Ich kann die G9 für die Unterwasserfotografie nicht empfehlen. Die Kamera halte ich nicht für gut genug, dass es wert wäre für eine komplette Unterwasserausrüstung den Preis eines guten gebrauchten Kleinwagens hinzulegen. Wem Geld egal ist, ok, aber ansonsten...
Für nahezu das gleiche Geld kann man gleiches mit einer DSLR erzielen, wird aber mit besseren Bildern belohnt.
Die G9 für Unterwasser ist was für die Fans dieser Kamera und dem Canon-Gehäuse. Allerdings nur für das Knips-Unterwasser-Andenkenbild. Qualität kann hier kaum erwartet werden.

 

Unterwasserfotografie mit der Canon G9