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Reisen - Sparte

Eingetragen / aktualisiert am 10.02.2008

Tauchsafaris in Ägypten erfreuen sich stetiger Beliebtheit. Auf diesen Zug wollen offensichtlich viele aufspringen und die schwarzen Schafe scheinen mehr zu werden. 
Ich habe in den letzten 8 Jahren so etliche Tauchsafaris in Ägypten mitgemacht und fast immer ging etwas, oft Ärgerliches in die Hose. Nun wurden mir abermals Horrorgeschichten über ein Schiff erzählt.
Darum hier ein paar Tipps und grundsätzliche Infos um das Risiko eines auch finanziellen Reinfalls zumindest ein wenig einzuschränken und sich auf das einzustellen, was einem bei einer gebuchten Tauchsafari in Ägypten so erwarten kann.
Ich will die Branche nicht schlecht machen, aber ich habe den Eindruck, dass sich die Missstände zunehmend häufen.

Problematik Tauchen:
Vor etlichen Jahren, als es noch nicht gar so viele Schiffe gab, wurden noch Mindestanforderungen an die Tauchfertigkeiten gestellt. Heute kommt jeder, auch Anfänger auf ein Safariboot. Aber das Tauchen auf einem Safariboot an netten Tauchplätzen ist nicht immer ganz so einfach. Strömung, freie Abstiege, Wellengang u.s.w. stellen Anfänger manchmal auf eine harte Probe. Also stellen sich die Safari-Anbieter auf diese Klientel ein, fahren u.U. nicht die wirklich schönen Plätze an und das Tauchen wird streng Regelmentiert. Bei der Menge an Booten gibt es nicht so viele gute Guides die in der Lage wären, sich wirklich um Anfänger kümmern zu können. Anfänger erwarten das aber, moppern oft über Wellengang oder dass sie in unendliche Tiefen von 20m frei absteigen sollen, die erfahrenen Taucher, dass die Tauchplätze so langweilig sind. So sind oft alle Beteiligte unzufrieden. Viel Ärger auf Safaribooten entsteht einfach dadurch, dass Anfänger dem Tauchen auf einem Safariboot einfach nicht gewachsen sind und moppern dann anschließend über den Guide. Die muss ich an dieser Stelle mal in Schutz nehmen! Durch die Masse an Anfängern und ungeübten Urlaubstauchern auf den Safaribooten müssen natürlich Regeln her. Diese verleiden oft, erst recht, wenn unfähige Guides ins Spiel kommen, dem erfahrenen Taucher das Tauchen. Oft werden dann eigenverantwortliche Taucher und Anfänger auf Safaribooten gleichermaßen nicht wirklich glücklich.
Tipp:
Was erwartet Ihr von einer Tauchsafari und dem Tauchen auf dem Boot? Danach sucht das Schiff aus. Befragt Freunde und Bekannte, googelt nach entsprechenden Schiffen. Für jede Sorte Taucher gibt es auch das passende Schiff. Verlasst Euch aber nicht auf Berichte in bekannten Tauchpostillen oder dem großen Internetportal für Taucher! Diese Unternehmen verdienen Geld mit Anzeigen und Redakteure werden nicht selten kostenlos von Anbietern gegen positive Berichte eingeladen.
Vielleicht tut ihr euch mit einer Gruppe zusammen und habt das Schiff für euch.

Trinkgeld:
Das hat sich auf ägyptischen Safaribooten für mich mittlerweile zu einem regelrechten Wahn entwickelt. Manchmal wird man regelrecht unter Druck gesetzt, mindestens einen Betrag von xyz zu opfern. Da verlangte man mal von mir 50,- Euro/ Person/Woche! Hallo? Trinkgeld ist eine freiwillige Leistung, ein Dankeschön für eine erbrachte Dienstleistung, hier habe ich den Eindruck, dass davon das Personal bezahlt werden soll.
Lasst euch nicht auf den Trinkgeldwahn ein und unter Druck setzen!!! Gebt das, was ihr für richtig haltet!

Seemannschaft/ Sicherheit:
Bei vielen Manövern auf Safaribooten habe ich mich oft gefragt, ob der Kapitän überhaupt ein Patent hat. Irgendwie hatte ich oft den Eindruck, dass die mit ihrem Pott nicht wirklich klar kommen ;-)
Eine hierzulande übliche Ausrüstung wie Radar, GPS oder dergleichen findet man meistens nur auf wenigen Booten vor. Ist sie vorhanden, habe ich den Eindruck, dass damit niemand klar kommt ;-) Na gut, Radar braucht man nicht wirklich, Riffe sind darauf eh nicht zu sehen...
Bei Tagfahrten kennen sie ihr Revier, nur Nachts, tja, da kann es problematisch werden, darum fährt dann auch keiner raus, oder nur in Ausnahmefällen. Darum nicht Moppern, wenn Nachts nicht ausgelaufen wird, es ist besser so ;-)
Lest dazu auch: Sicherheit_Safariboote.html

Auswahl eines Anbieters Tauchbasis:
Ich möchte ja nicht alle Anbieter/ Tauchbasen von Tauchsafaris in Ägypten über einen Kamm scheren, viele von Euch haben vielleicht gute Erfahrungen gemacht, die sollen ihrem Schiff auch weiterhin treu bleiben. Ansprechen möchte ich die, die vielleicht erstmalig eine Tauchsafari in Ägypten planen oder die, die schon einmal herein gefallen sind.

Bucht nur über einen renomierten Reiseveranstalter!
Chartert
  NIE als Gruppe direkt bei einem Anbieter in Ägypten ein ganzes Boot!

Kommt es zu Mängeln, habt Ihr bei Direktbuchung kaum eine Möglichkeit, eure Rechte durchzusetzen, versucht das mal bei einem Ägypter...
Bucht Ihr bei einem Reiseveranstalter, könnt Ihr Schadensersatzforderungen bei ihm geltend machen! Der Reiseveranstalter möchte das natürlich vermeiden, schmälert ja den Gewinn. Von daher legen Reiseveranstalter besondere Maßstäbe an ihre Vertragspartner an. Die Wahrscheinlichkeit, bei einem Reiseveranstalter auf die Nase zu fallen bzw. sich den Urlaub zu versauen ist IMHO deutlich geringer, zumindest wird das finanzielle Risiko minimiert.

Direktbuchungen sind oft deutlich günstiger, als bei einem Reiseveranstalter...
Auf ein paar Dinge solltet Ihr euch dann aber einstellen, frei nach dem Motto, wer sparen will soll leiden...

Erfahrungen:

Völlig normal scheint zu sein:
- Schiff nicht fertig, kein Auslaufen
- mangelnde Einweisung
- Kriechströme
- verlorener Tauchtag, da Schiff erst noch Wasser bunkern muss
- unfähige Guides
- Nichteinhaltung von Zeit- oder Tauchplänen
- Psychodruck bezüglich Trinkgeld
- Öl/ Wasser in den Flaschen

Nicht selten:
- Defekte Toiletten und Gestank
- Dieselgestank in den Kabinen, dadurch unbenutzbar
- Nicht gewarteter Kompressor und schlechte Luft
- Kein Wasser mehr

 

Tauchsafari Aegypten