zur « Themenübersicht Blog
Blog - Sparte Politik
Tarifabschluesse öffentlicher Dienst
Eingetragen am 19.05.2008
Ich bin ja selber im Öffentlichen Dienst, klar, dass ich hier Stellung beziehe ;-)Aber ich möchte objektiv bleiben ;-)
Als Beamter bleibe ich mal bei dieser Gruppe und möchte etwas dazu beitragen, dass auf die Beamten nicht dauernd so herum gehackt wird.
Auch Beamte arbeiten wie jeder andere Beschäftigte, Kritik sollte aber sachlich bleiben.
Die Zeiten, als man noch von selbstherrlichen Büromenschen sprechen konnte, sind längst vorbei. Egal ob Verwaltung oder Exekutive, dies sind mittlerweile eher Dienstleistungsbetriebe.
Klar, Beamte haben immer noch einen unglaublichen Vorteil, ihnen ist nicht zu kündigen. Aber was nützt das, wenn Dienststellen geschlossen werden und man einen neuen Dienstort hunderte von Kilometern entfernt hat.
So ist es mir passiert...
Als Beamter ist man eigentlich ungelernt und kommt in der freien Wirtschaft kaum unter, also beugt man sich, will man nicht in Harz IV enden. Ich verlor z.B. dadurch in der Mitte meines Lebens mein Haus, meine damalige Ehefrau und meine gesamte Umgebung mit Freunden und sozialer Einbindung.
Egal, sprechen wir vom Geld...
In der Zeit von ca. 1972 bis 1989 sind Beamte unglaublich gut bezahlt worden, für meinen Teil gesehen sogar überbezahlt.
Dann ging es aber los, ungerechte Pensionsregelungen, Bereinigen von Zulagen, Abschlüsse unterhalb der Inflation und weitere Reformen...
Ich denke, um 2000 hatten die Gehälter der Beamten ein realistisches Niveau angenommen.
Aber dann ging es erst richtig los:
Noch ungerechtere Pensionsregelungen, keine Inflationsausgleiche, weitere Reformen...
Streichung des Weihnachts- und Urlaubsgeldes, Arbeitszeitverlängerung...
Seit 2000 habe ich kaufkraftbereinigt gut 30% meines Einkommens verloren.
Da wurde z.B. die Arbeitszeit von 38,5 Stunden auf 42 Stunden herauf gesetzt. Das damalige Herabsetzen der Arbeitszeit von 40 auf 38,5 Stunden wurde im Gegensatz zur freien Wirtschaft durch Gehaltsabzüge erkauft!
Ich arbeite immer noch wie damals, aber durch die Gehaltskürzung merke ich das deutlich am Geldbeutel.
Vergleicht man die Gehaltstabelle für Beamte mit den Leistungen für Harz IV:
www.beamte.com/beamtenbesoldung/
mit den Sozialleistungen nach Harz IV:
www.sozialleistungen.info/con/hartz-iv-4-alg-ii-2/
Bekäme z.B. ein Beamter des mittleren Dienstes in der vorletzten Beförderungsstufe im mittleren Lebensalter als Alleinverdiener, verheiratet mit zwei Kindern lediglich ein paar Euro mehr als ein Harz IV-Empfänger.
Von den jungen Kollegen rede ich erst gar nicht, sie wären mit Harz IV besser bedient.
Meine beste Ehehälfte verdient in einem ungelernten Job ca. 200 Euronen weniger als ich als mittlerer Beamter in der letzten Gehalts- und Beförderungsstufe.
Ehrlich, kann das richtig sein?!
Da wird von einer Gehaltserhöhung von ca. 8% gesprochen. Papperlapapp ist das, damit werden noch nicht einmal die Abzüge der vorangegangen Jahre eingefahren. Das ist bestenfalls ein kleiner Ausgleich für die vorangegangenen Abzüge, noch nicht einmal ein Inflationsausgleich. Unter dem Strich bleibt seit ca. 2000 immer noch ein Minus!
Wenn dann der Abschluss auch wirklich für die Beamten übernommen wird, ansonsten erfahren wir Beamte eine weitere Gehaltskürzung...
Da sprechen Politheinis vom gerade Erträglichen und Finanzierbaren. Ich empfinde das als Beleidigung und Hohn!
Diese Heinis haben haben doch sogar noch gespart, da sie doch noch nicht einmal das zahlen sollen, was sie uns vorher weg genommen haben!
Falls sich jemand fragt, warum ich schimpfe, da ich mir doch als Beamter all meine mannigfaltigen kostspieligen Hobbies leisten kann.
Jupp, mir geht es gut, aber nur deshalb, da meine jetzige Ehehälfte arbeitet...
Bisherige Kommentare: Kommentar schreiben»
