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Blog - Sparte Reisen
Sicherheit Safariboote
Eingetragen am 08.10.2008
Sicherheit auf ägyptischen Safaribooten.
Abgründe tun sich da manchmal auf, sag ich nur...
Dies mal zur Einstimmung, ist für mich traurige Wirklichkeit...
Gerade bin ich wieder von einer Tauchsafari in Ägypten zurück (darum auch keine Blog-Einträge in letzter Zeit), ehrlich nun muss ich doch einmal etwas darüber schreiben.
Auf der letzten Tour z.B. unternimmt der Kapitän einen Toilettengang und überlässt das Ruder bei 7 Beaufort einem Bestzungsmitglied. Der lässt prompt 4m-Wellen quer kommen, nur um Haaresbreite sind wir wahrscheinlich einer Katastrophe entkommen. Der Salon sah aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Danach betrachte ich mir die Rettungsinsel, mit dicken Tauen verzurrt. Ich bezweifle, dass man die Rettungsinsel rechtzeitig zu Wasser hätte lassen können.
Da höre ich, dass gerade wieder mal ein Safariboot gesunken ist.
Ich will ja nicht alle Anbieter verteufeln, aber für mich ist eindeutig eine Tendenz erkennbar.
Ich habe immer schon den Eindruck gehabt, Seemannschaft, ägyptische Crews und viele Kapitäne, Welten stoßen da aufeinander! ;-)
Betrachtet man manche Aktionen, kann man nur den Kopf schütteln. Einfachste Manöver, bekommen sie oft nicht auf die Reihe.
Schaut man in den Steuerstand, findet man dort Anzeigen für die Maschinen vor, oft ein Funkgerät, manchmal einen Kompass, ansonsten eher keine weiteren nautischen Geräte.
Das ist vielleicht auch gut so, denn ich bezweifle, dass die meisten ägyptischen Kapitäne damit umgehen könnten. Dass sie nur bei Tag fahren, hat für mich schon seine Gründe!
Allein das Wort Kapitän! Die Anforderungen in Ägypten sind m.E. so gering, dass nahezu jeder mit etwas Talent Kapitän werden könnte.
Dass sich die Unfälle im Rahmen bewegen, liegt m.E. nur daran, dass die Kapitäne ihr Revier kennen und durch die sich im Wind brechenden Wellen die Riffe erkennbar sind.
Im Rahmen ist auch relativ...
Setzt man die Anzahl der Schiffe mit den untergegangenen Schiffe der letzten Jahre in Relation, ist für mich der Anteil oder die Wahrscheinlichkeit einer Havarie erschreckend hoch!
Die technischen Mängel der Schiffe...
Ich bin weder Techniker oder Installateur. Wenn schon ich für mich stümperhaft verlegte Strom- und Gasleitungen, unbrauchbare oder nicht vorhandene Rettungsmittel, verquarkste Bauformen und untaugliches Material erkennen kann...
Gott sei Dank, kann man sagen, dass sich die meisten Unfälle in der Nähe von Riffen abspielen,wo oftmals weitere Boote liegen und Personenschäden eher gering sind.
Googelt einfach mal nach den Safaribooten, die in den letzten Jahren gesunken sind.
Was für mich aber ärgerlich ist, der persönliche finanzielle Schaden der ensstehen kann. Wer kommt dafür auf? Tauchausrüstung, UW-Fotoequipment, Laptop, das kann schnell in die tausende Euronen gehen...
Versucht mal bei einem Ägyptischen Unternehmen eure Forderungen durchzusetzen! Oder versucht mal einem deutschen Veranstalter eine Nachlässigkeit nachzuweisen!
Ärgerlich für mich, wenn sog. renomierte und/oder in "Fachzeitschriften" für Taucher beworbene Schiffe absaufen...
Tauchsafaris in Ägypten sind mittlerweile nicht mehr zum Billigtarif zu bekommen, da erwarte ich zumindest einen Mindeststandard an Kompetenz und Sicherheit.
Für mich sind im Moment Tauchsafaris in Ägypten fast ein Angebot an das Schicksal! Hübsch sind die Schiffe oft anzuschauen, blickt man aber hinter die Kulissen, ist vieles billig und Zusammengekloppt, gepaart mit Inkompetenz...
Auch das Thema Luft gehört für mich zur Sicherheit! Kaum eine Tauchsafari, wo ich nicht zumindest ein mal miese Luft bekommen habe. Nach nahezu jeder Tauchsafari war der Regler reif für eine Wartung.
Der Ottonormaltaucher erkennt oftmals auf Grund fehlendem Hintergrundwissens nicht die Mängel. Dieser sieht nur die wunderbaren Schiffe, die vielleicht in einschlägigen Postillen auch noch beworben oder gar gelobt werden.
Ein recht netter Artikel der Redaktion im Taucher.net:
www.taucher.net/redaktion/71/Sicherheit_auf_Safarischiffen_5_sub2.html
Was kann man ändern?
Die Missstände müssen bekannt gemacht werden!
Nun, ein Bekannter hat sich dieses Themas angenommen.
Tauchsicherheit und Sicherheit im Allgemeinen auf ägyptischen Safaribooten:
www.diveboat-safety.com
Nachtrag Januar 2009:
Zur Zeit, auch im Rahmen der Boot 2009 ist die Sicherheit auf Safariboote in aller Munde und es werden die tollsten Vorschläge gemacht. Ich habe aber auch den Eindruck, dass hier manchmal nicht die Kirche im Dorf gelassen wird.
Klar, Sicherheit sollte oberste Priorität besitzen, allerdings muss sie auch bezahlbar sein. Forderungen nach Klassifizierungen sind illusorisch und für ein ägyptisches Safariboot kaum zu bekommen. Der zu fordernde Preis für eine Tauchsafari wäre dann außerdem kaum bezahlbar.
Radar oder GPS sind für mich eigentlich auch nicht so erforderlich. Radar würde nichts nutzen, GPS ist für mich von zweifelhaftem Nutzen, denn dann müsste das Kartenmaterial auch vollständig sein. Das muss man den Kapitänen lassen, sie finden sich in ihren Revieren zurecht. So lange sie nur bei Tage und Wind fahren, sehe ich da keine Probleme.
Forderungen nach ENOS sehe ich mit gemischten Gefühlen an. Klar, bringt das vielleicht einen Sicherheitsgewinn, aber ist es auch notwenig? Ein gut ausgebildeter und eigenverantwortlicher Taucher dürfte wohl kaum in die Verlegenheit kommen auf ein solches System angewiesen zu sein. Allerdings muss man hier wohl eine Konzession an die gegenwärtige Tauchzsene machen. Grundlegende Fertigkeiten scheinen heute ja schon zu den höheren Weihen eines Tauchers zu gehören.
Als wichtigste Punkte sehe ich die Verarbeitung und Materialauswahl nicht nur bei den Safaribooten. Gerade die Gas- und Elektroinstallationen lassen einen manchmal erschauern. Vernüftige und funktionierende Sicherheitseinrichtungen wie Rettungsinseln, Funk, Sauerstoff u.s.w...
Das alles nützt nichts, fehlt es an einer Ausbildung der Crew. Meistens sind sie Service-Orientiert, aber in Punkto Tauchsicherheit oder Sicherheit im Allgemeinen ist sie meist unbeholfen. Oft fehlt ein technisches Verständis, z.B. bei den Kompressorleuten. Mich würde es mal interessieren, wer in der Lage ist, z.B. eine Rettungsinsel klar zu machen ;-)
Meistens bleibt alles an den Guides hängen, wenn dann ein relativ Unerfahrener an Bord ist...
Dies sind alles kleine, vielleicht auch diskussionswürdeige Maßnahmen die auch etwas Geld kosten, aber bezahlbar bleiben würden. Dank der jetzigen Sensibilität hoffe ich, dass nun Lösungen erarbeitet werden, die für beide Seiten bezahlbar bleiben.
Dass aber etwas geschehen muss, davon bin ich überzeugt.
Noch ein Nachtrag:
Es passiert offensichtlich etwas ;-)
Ein recht bekannter Safariboot-Betreiber, mit dem ich mich anfangs leicht in den Puschen hatte ;-)
Divers_Heaven_Fleet_Sicherheitsworkshop.html
Ein interessantes Interview: www.taucher.net/berichte/bericht.html
Ein kleiner Service:
Eine kleine Checkliste für Safariboote Checkliste_Tauchsafaris.pdf ca. 60kb
Erstellt von C. Schaffelhuber
Was meint ihr dazu? Über eine rege Teilnahme würde ich mich freuen!
Nach Abstimmung seht Ihr die Ergebnisse
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Moin,
in allen Punkten Volltreffer!
Bauweise der Schiffe: Da haben die Schiffbauer in Ägypten nichts dazugelernt! Ein modernes Safarischiff hat für mich den gleichen Rumpf wie seit Jahrzehnten die Fischerboote, nur dass er wegen Komfortforderungen in Länge und vor allem Breite aufgeblasen wurde und jetzt mit der Dynamik einer Kühlschranktür in die Wellen knallt. Und das Material ist schlechter geworden, aus dem Bootsbauholz würde man bei uns wegen mangelnder Haltbarkeit nicht mal Europaletten zimmern.
Mit moderner Elektronik können die meisten ägyptischen \"Kapitäne\" m.E. gar nicht umgehen. Wir hatten voriges Jahr einen, der angeblich der beste an der ganzen Küste ist, der weder fähig war, mit Radar-Abstandspeilung an einer bergigen Insel vorbeizufahren (und wir deshalb 20 Seemeilen Umweg machten, noch die Zahlen auf dem Echographenschirm zu lesen (womit wir 90 Minuten Kreise in 34 - 36 m Tiefe fuhren auf der Suche nach einem Wrack in 50 m Tiefe).
Und die ganz Schlauen lassen sich von jemand, der sich damit auskennt, Riffe als Wegpunkte in den GPS eintragen und fahren dann so lange auf den Wegpunkt zu, bis sie ihn erreicht haben - peng!
Aber der heutige Durchschnitts-Safarikunde ist ja auch nicht mehr der ganzjährig tauchende Hardcore-Taucher, wie man ihn früher bei den Safaris mit Rudi Kneips Somayas antraf, sondern der schnell und oberflächlich brevetierte Urlaubstaucher. Dem werden dann Schickimicki-Sachen wie DVD/Flachbildschirm in jeder Kabine, Whirlpools auf dem Oberdeck (DCS ick hör dir trapsen!) und lose stehende Teakholzstühle (die bei Seegang fröhlich durch die Gegend fliegen) als Luxus verkauft. Was wirklich wichtig ist, von vernünftig konstruierten Taucherleitern über saubere, stetig kontrollierte Atemluft bis zu Feuerlöschanlagen und einsatzklaren Rettungsmitteln, sieht er nicht, erfragt er nicht, interessiert ihn nicht, denn er hat ja 5* gebucht und das Tischgeschirr auf glatten Glastischen ohne Schlingerleiste ist ja so geschmackvoll designt, und die Crew trägt ihm auch noch den Arsch nach.
Wenn dagegen wie beim abgebrannten 5*-Schiff eines bekannten Safarianbieters die gesamte Crew als erstes panikartig ins Wasser springt, anstatt die Rettungsinseln klarzumachen und sich um die sichere Abbergung der Gäste zu kümmern, fällt einem nichts mehr ein!
Eigentlich habe ich konstruktive Informationen erwartet denn anprangern ist sehr leicht aber mit Lösungsvorschlägen hat man hier auf dieser Seite anscheinend Probleme.
Wie kann ein Seitenbetreiber so einen Unsinn mit dem Germanischen Lloyd veröffentlichen? Deshalb empfehle ich unter Wikipedia über den GL und ähnliche privaten Gesellschaften nach zu lesen. Denn wenn ich ein Containerschiff um ca. 100 Mio. Euro baue und eine gute Versicherungsprämie bei Lloyds haben möchte dann brauche ich eine Klassifizierung. Aber wie solche Kosten auf ein Safarischiff um zu schlagen sind kann mir wahrscheinlich niemand erklären.
Aber auch ich habe einen sehr wichtigen Punkt:
Immer wieder musste ich feststellen, dass es keine Haubenköche auf den Safarischiffen gibt und dies gefährdet meine Sicherheit. Denn wenn mir während dem Tauchen das Essen hochkommt dann bin ich doch sehr gefährdet oder?? (OK dies sollte lustig sein und ein wenig zum schmunzeln bringen)
Auf jeden Fall hoffe ich, dass ich so bald als möglich konstruktive Kritiken lesen kann.
Ich denke schon, das Safariboote sicherer werden sollten, aber wenn das jemand fordert, der selbst als Skipper eines solchen Bootes, allerdings in heimischen Gewässern, gegen alle Sicherheitsregeln verstoßen hat und selbst Leute ständig durch fehlende Aufmerksamkeit fahrlässig in Gefahr gebracht hat bzw. mit seinem Boot samt Tauchergruppe gsunken ist, so wird diese Forderung unglaubwürdig. Oder sollte er geleutert worden sein?
Anmerkung:
Nicht dass jemand auf die Idee kommt, ich als Seitenbetreiber und Verfasser des Artikels könnte gemeint sein!!
Ein Hinweis darauf, woraud sich diese Bemerkung beziehen soll, wäre hilfreich gewesen!
@Paul
Frühere Verfehlungen sind für mich nicht von Belang, wichtig sind die Aussagen. Aussagen werden nicht deshalb falsch, weil sie vielleicht von jemandem kommen, der vielleicht Fehler begangen hat. Ansonsten bitte keine Personendiskussion an dieser Stelle!
