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Eingetragen / aktualisiert am 13.11.2009

Früh Morgens begrüßt mich gleich ein Kollege mit den Worten: "Robert Enke ist Tot ..."
Ich muss gestehen, ich hatte ein fragendes Gesicht ...

Wer ist Robert Enke? Mein Kollege klärte mich sodann auf. Aha, ein Fußballer...
Ich mag Fußball, aber dem Kommerz-Fussball habe ich schon seit jahrzehnten entsagt, also woher soll ich dann Robert Enke kennen?
Und ehrlich gesagt, interessiert es mich auch nicht, erst recht nicht, hat jemand freiwillig seinem Leben ein Ende gesetzt. Täglich sterben hunderte Menschen in Deutschland, bestimmt tausende weltweit.
Ok, wer sich für den Puplic-Fussball interessiert, für den ist dies vielleicht ein Schock, das kann ich gut nachvollziehen. Das der Tot eines Spielers der Nationalmannschaft natürlich Einzug in die Presse findet, erst recht.

Aber muss die halbe Titelseite einer Tageszeitung davon voll stehen, gibt es nichts wichtigers auf der Welt? Da wird ein Stadion vollgepropft und die Andacht in den Medien breit getreten als wäre eine Naturkatastrophe passiert. Da flennen Leute, die den Herrn Enke wahrscheinlich gar nicht kannten. Würde man den gleichen Rummel veranstalten, wenn ein anderer Sportler gestorben wäre? Dies alles stimmt mich schon nachdenklich. Einen gewissen Rummel könnte ich bei unserer Angela ja noch verstehen, aber bei einem Fusballspieler?
Was, außer im Tor stehen hat dieser Mensch denn für die Allgemeinheit geleistet, dass dieser Tot riesig auf eine Titelseite gehört oder in den Medien überhaupt so breit getreten wird?

Mein Mitgefühl gehört der Familie, Freunden und Bekannten des Robert Enke, aber ansonsten...

Tja, Mitgefühl...
Da wälzen sich nun die Medien aus, Fussball ist ja schließlich Mainstream...

Aber wer denkt z.B. an den Lokführer? In dessen Haut möchte ich nicht stecken!
Schlimm genug, einen Menschen getötet zu haben, da hilft auch nicht, dass ihm keine Schuld trifft und dann noch einen Fussball-Nationalspieler! Wahrscheinlich benötigt der arme Kerl eine Therapie und kann das Ereignis eh nicht wirklich verdauen.
U.U. kann er seinen Job nicht mehr ausüben, seine Familie hat darunter zu leiden, keine Sau interessiert das, aber dieser Mensch lebt noch!

Wer interessiert sich für den Tot von Menschen, sich sich vielleicht ein Leben lang für die Allgemeinheit aufgeopfert haben, deren Tot eine wirkliche Lücke hinterlässt?
Wer interessiert sich für den Tot von Menschen, deren Tot eine Familie in Existenznöte bringt, mal abgesehen von dem Schmerz?

Niemand, es sei denn, er war Fussballer...

 

 

 

 

 

Robert Enke ist Tot