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Eingetragen / aktualisiert am 12.05.2015

Aufgefallen ist mir das als junger Mensch und nun jetzt, wo ich selber über 60 bin fällt es mir sogar bei mir selber auf, alte Leute werden ängstlicher.

Bild: U. Scharrer - deinklick.de
Tauchen
Ich bin immer schon ein Leichtsinnsvogel und Haudrauf-Typ gewesen. Hatte mal ein Mädel hinten drauf auf meinem Möp und bei 260 von hinten lenken lassen  :D 
Beim Motorrad konnte es nie schnell genug gehen, je mehr Stoff, desto besser. Jeder Blechdose den Auspuff zeigen, nur das ist sicheres Fahren.
Überholen lassen? Niemals, andere Möps zu jagen, ein Heidenspaß.
Mann, Mann, Mann, was habe ich beim Tauchen für Mist gebaut, zig Tauchgänge um rund 70m, einen auf 86m, natürlich mit Luft ;-)
Beim Bergsteigen habe ich mich mal nur an den Fingerkuppen ungesichert an einem Fels entlang gehangelt, darunter ein Abgrund von 300m.

Selbst heute lass ich es mit meinem Motorrad ab und an richtig krachen. Aber seit ein paar Jahren schließe ich die Tür zum Garten ab, schließe Nachts sogar mein WoMo zu. Schließe mein Auto ab, tauche nicht mehr so tief, ab 200 bekomme ich auf dem Möp Herzrasen u.s.w.
Fahre nur noch mit Protektoren, sonst fühle ich mich unwohl...
...nur Anschnallen, das mache ich immer noch nur gelegentlich  :D 
Nicht, dass eine Veränderung meiner "Gewohnheiten" schlecht wäre, werde wohl endlich vernünftig, aber iwie finde ich es auch unbehaglich.

Mein Vater war immer ein Schisser, als er die 60 überschritt, wurde seine Angst vor Allem fast krankhaft. Fuhr kein Auto mehr und verrammelte das ganze Haus.
Ich bin in einem Wohnmobilforum angemeldet, dort tummeln sich naturgemäß eher die älteren Herrschaften. Wenn ich denn in Freds bezüglich Rauchmelder, Warnanlagen, wer wo nicht hinfährt u.s.w. lese, kommt mir das Gefühl hoch, dass hier Entscheidungen eher aus Ängsten getroffen werden und Risiken nicht richtig eingeschätzt werden.
Da werden teure Sicherheitseinrichtungen bejubelt und gekauft, wo die Investition in meinen Augen in keinem Verhältnis zu dem Risiko stehen, Angst regiert die Entscheidung, aber kein rationales Denken. Nun, gut, wer sich dabei wohl fühlt, ist ja auch ok...

Die Risikoabschätzungen in meinem Leben waren garantiert auch nicht ok, zu leichtsinnig und ich kann eigentlich froh sein, mein Alter überhaupt erreicht zu haben.
Jetzt gelange ich langsam auf einen Level, den man halbwegs "vernünftig" nennen kann.

Sorgen mache ich mir trotzdem, dass ich nicht auch so ein altersbedingter Schisser werde, hab ja noch so einiges vor und ein wenig Risiko bedeutet auch ne ganze Menge Fun.

 

Risikoeinschaetzung aelterer Menschen und Aengste