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Blog - Sparte

Eingetragen / aktualisiert am 02.04.2009

Ich erhielt in letzter Zeit vermehrt recht lukrative Angebote zum Anmieten für einen Werbeplatz für ein ausländisches Spielcasino.
Toll, das ist nämlich leicht verdientes Geld. Aber vorsicht Falle!

Hintergrund

Die Idee hatte ich schon lange bevor es jetzt scheinbar Mode wird. Der Verkauf von Werbeplätzen auf der eigenen Homepage.
Banner haben einen Nachteil, sie werden einfach ignoriert und sie nerven den Besucher beträchtlich. Ganz zu schweigen von PopUp-Werbung...
Bei gekauften Links könnte Tante Google dahinter kommen und dies könnte zur Abwertung führen. Abgesehen davon, dass nicht themenbezogene Links zumeist auch ignoriert werden.

So hatte ich dann die Idee, hier versteckt für meine Besucher Werbeplätze für Unternehmen anzubieten. Hier kann sich dann ein Unternehmen ausführlich darstellen, natürlich mit Link zu der Homepage des Unternehmens. Der Vorteil: Diese Seiten sind suchmaschinenoptimiert, der Besucher kommt dann über Google oder eine andere Suchmaschine. Evtl. provitiert das Unternehmen auch von dem gesetzten Link. Meine Besucher werden nicht mit Werbung genervt, bestenfalls über die Suchfunktion gelangt er auf diese Werbung. So wird genau die Zielgruppe angesprochen und alle sind glücklich.
Dies haben scheinbar auch Werbeunternehmen erkannt und mieten zunehmend Werbeplätze an. In letzter Zeit bekomme ich immer häufiger solche Anfragen mit teils zum schwach werdenden Honoraren. Aber vorsicht...

Die rechtliche Falle

Vielleicht hat sich ja schon mancher Gedanken über das Setzen von Links gemacht. Grundsätzlich kann ich zu jeder Seite einen Link setzen. Gefährlich wird es, setzt man einen Link auf rechtswidrige Inhalte. Heise kann da ein Lied von singen...
Es dürfte mittlerweile hinlänglich bekannt sein, keine Links auf rechtsradikale, pädophile, gewaltverherrlichende u.s.w. Seiten zu setzen. Gefährlich wird es, wenn man aber im ersten Moment nicht erkennt, dass es sich vielleicht um rechtswidrige Inhalte handeln könnte.

So bekam ich wie gesagt, vermehrt recht lukrative Angebote zum Anmieten für einen Werbeplatz für ein Spielcasino im Ausland. Die Beträge waren recht verlockend. Auch ich war zunächst so naiv, das Angebot annehmen zu wollen, was soll an dem Setzen eines Links auf ein Spielkasino verwerflich sein? Jedoch erschien mir die Summe recht hoch und die Mail kam mir nicht ganz koscher vor. Ne Mail von hotmail, web.de oder gmx bei einem Unternehmen sind für mich gleich verdächtig. Wäre in diesem Fall aber egal, kommt Geld, kommt Werbeplatz...
Nur wurde ich nun hellhörig, stimmt da vielleicht was nicht? Ich habe mich noch nie für Spielkasinos interessiert, kenne mich damit nicht aus. Internet Spielkasinos siedel ich persönlich im Bereich Rotlicht an, aber egal, meine Besucher sehen das ja nicht unmittelbar.
Na jedenfalls bemühte ich Tante Google und siehe da, Glatteisgefahr!
Bestimmte Glücksspiele bedürfen einer behördlichen Genehmigung und sind erlaubnispflichtig. Die Frage ist weiter, ob der Anbieter dem deutschen Recht unterliegt. Dies ist nicht immer klar zu beantworten, aber wenn ein ausländisches Unternehmen Anzeigen für die Zielgruppe Deutschland schaltet, könnte man schon davon ausgehen. Jedenfalls scheint man mit einem Bein im Knast zu stehen, setzt man einfach einen Link auf ein ausländisches Spielkasino.
Eine recht umfangreiche und empfehlenswerte Seite die sich mit dem Thema beschäftigt:
www.linksandlaw.de/links-gluecksspiel-uebersicht.htm
Daraus dieses Zitat:

Jemand der einen Hyperlink zu einem Glücksspielanbieter ohne inländische Lizenz setzt, könnte sowohl einen eigenen Wettbewerbsverstoß begehen als auch als Störer an dem Wettbewerbsverstoß eines Dritten, des Veranstalters, beteiligt sein. Je nach konkreter Fallsituation wurde beides in der Rechtsprechung bereits bejaht.

Analog hierzu kann man dies m.E. auch auf andere Bereiche ausdehnen. Weniger die bekannten Themen, aber z.B. eine Website, die erkennbar geschütztes Material zum Download anbietet.
Die Ausführungen oben betreffen alleine das Setzten von Links, wenn aber ein richtiger Werbeplatz mit Text vermietet wird, sind die Anforderungen m.E. noch strenger anzuwenden.
Prüft also ganz genau, mit wem Ihr einen Vertrag abschließt. Schließt Verträge ausschließlich schriftlich mit seriösen Unternehmen ab. Im Vertrag sollte zumindest eine Klausel in dieser Form vorhanden sein:

Es werden keine Anzeigen mit erotischem Inhalt oder mit Verweisen zu solchen geschaltet.
Es werden keine Anzeigen zu Internet-Glücksspielen oder mit Verweisen auf Inhalten zu solchen geschaltet.
Es werden keine Anzeigen geschaltet, die durch den Anbieter erkennbar gegen geltendes Recht verstoßen.

Für den Inhalt der zu erstellenden Webseiten ist der Inserent selbst verantwortlich. Außerdem hat der Inserent folgende Pflichten:
Der Inhalt der Seiten darf nicht gegen geltendes Recht der Bundesrepublik Deutschland, insbesondere das Strafgesetzbuch (StGB) oder Internationales Recht verstoßen. Bei der Übersendung von Text und Bildmaterial an uns ist der Inserent für die Beachtung der Warenzeichen/ Patent- oder andere Rechte Dritter selbst verantwortlich. Wir bleiben frei jeglicher Ansprüche Dritter bei etwaigen Verstößen von Rechten Dritter.

Finger weg, von windigen Unternehmen, Mailanfragen ohne Impressum, horrenden Honoraren...
Bemüht immer Tante Google bezüglich des Unternehmens und des Angebotes in rechtlicher Sicht!

 

Rechtliche Falle Werbeplatz fuer Spielcasino