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Fotografie - Sparte Fragen

RAW oder JPG

Eingetragen am 07.12.2008

RAW  oder JPG - das ist hier die Frage.
RAW wird oft als das allein selig machende Format beschrieben. Bei vielen anderen herrscht wiederum ein großer Irrglaube vor. Die Bilder seien schärfer oder hätten insgesamt eine bessere Qualität.

RAW und JPG haben vor und Nachteile. Man sollte einfach nur wissen, wo die grundlegenden Unterschiede liegen, um sich dann für ein Format zu entscheiden.
Da meine Seite ja eher dem Hobby-Fotografen gewidmet ist, möchte ich euch hier nicht all zu sehr mit Fachchinesich konfrontieren, sonden die technischen Unterschiede RAW und JPG mit einfachen Worten verdeutlichen.

Wer sich für die technischen Details im Einzelnen Interessiert:
de.wikipedia.org/wiki/JPEG
de.wikipedia.org/wiki/Rohdatenformat

Sensor

Bayer-Pattern-SensorZunächst einmal der Sensor, denn dieser liefert die für jedes Bild erforderlichen Daten. Der Sensor besteht aus grünen, blauen und roten Sensorlementen.
In der additiven Farbmischung wird, z.B. aus grün, blau und rot weiß. Da das menschliche Auge grün besser wahrnimmt, ist auch die Verteilung von grün auf dem Senor höher. Für jedes blaue und rote Sensorelement gibt es zwei Grüne.

Nun kommen wir zu dem entscheienen Punkt, wie diese Signale für die Bilddarstellung bei RAW oder JPG verarbeitet werden.

 

JPG

Ein Bildpunkt, bzw. Pixel besteht aus den unterschiedlichen Farben grün, blau und rot. Ein Pixel kann also einer dieser oder jede andere beliebige Farbe haben.
Unter berücksichtigung der benachbarten Sensorelemente wird dann das Bild errechnet. Anschließend wird dann zumeist schon in der Kamera ein weißabgleich durchgeführt, geschärft, die Sättigung verändert u.s.w.
Danach dann, findet eine Kompression (Encodierung) statt um die Dateigröße klein zu halten.
Dies erolgt vereinfacht so: Den Farbwerten der Sensorelementen werden Zahlenwerte zugeordnet. Mehrere Sensorelemente werden zu einem Block zusammengefasst. Durch Quantisierung, d.h. der Messbereich des Blocks in eine endliche Zahl angrenzender Teilbereiche aufgeteilt. Jedem davon wird ein Wert zugeordnet. Als Auflösung ist umso größer, je höher die Anzahl der verwendeten Teilbereiche ist. 
Dies erfolgt durch Teilung der Zahlenwerte nach einer Matrix (Quantisierungsmatrix). Da hierbei gerundet wird, ensteht schon hier ein Qualitätsverlust.
Um das Bild anschließend wieder sichtbar zu machen, müssen die Daten Dekodiert werden. Aber aus dekodierten Daten ist es nur schwierig möglich, die ursprüngliche Datei zu rekonstruieren. So ist verständlich, dass nach jedem Öffnen und wieder Speichern eines JPGs ein Qualitätsverlust eintritt.

Zusammengefasst:

- Bild Informationen wie Farbe, Schärfe, Sättigung sind im Bild enthalten
- je größer die Kompression, desto höher die Qualitätsverluste
- je öfter ein JPG-Bild bearbeitet wird, desto höher die Qualitätsverluste

RAW

Wie der Name RAW (roh) schon sagt, liegen die Daten im Rohformat vor und zwar für jedes einzelne Sensorelement. Hier ist erkennbar, dass die Dateien im Gegensatz zum JPG riesig sind.
Die Informationen über Schärfe, Sättigung, Weißabgleich u.s.w. sind im Gegensatz zum JPG nicht im einzelnen Bildpunkt gespeichert, sondern befinden sich als Werte außerhalb des eigentlichen Bildes. Der eigentliche Wert eines Sensorelementes bleibt erhalten und somit kann ein RAW immer wieder verlustfrei bearbeitet werden.
Um die Dateien kleiner zu halten, bedienen sich die Kamerahersteller entsprechender RAW-Konverter um die RAW-Dateien verlustfrei zu komprimieren. Probleme hinsichtlich Bildqualität treten hierbei weniger auf, jedoch auf Grund einer Änderung oder Abschaffung eines Kompressionsmodus, bzw. Konverters könnten alle Bilder nur noch Datenschrott darstellen.
Ich glaube, Canon hat so was mal innerhalb eines kurzen Zeitraumes geschafft. Ich denke allerdings, dass die Problematik im Moment nicht so groß ist, sondern eher ein grundsätzliches Problem.
Ich glaube kaum, dass Dateien, seien es JPG, RAW, GIF, oder auch DOC, XLS u.s.w. in vielleicht dreißig Jahren noch brauchbar sind. Datei-Kompatibilität ist ein anderes Thema...

Zusammengefasst:

- große Dateien
- verlustfreie Bearbeitung
- hohe Bildqualität, keine Kompressionsartefakte
- Bildinformation nicht im Pixel enthalten
- Urzustand wiederherstellbar

Fazit:
Bei einem JPG können Bildbearbeitungen (schon in der Kamrea) wie Weißabgleich, Kontrast, Farbsättigung, Schärfung u.s.w. nicht neu festgelegt, die Kompressionsmethode nicht rückgängig gemacht werden. Nur im RAW-Format ist eine verlusfreie Bearbeitung möglich.
Mit dem RAW-Format genießt man die größtmögliche Freiheit, hier wirken sich auch Aufnahmefehler nicht so drastisch aus.

Tipps:
Für die Bearbeitung von RAW-Bildern setzte ich mal einen flotten Rechner voraus. Mit 1GB RAM, 2,3 Mhz, P4 auf XP kann man schon arbeiten. Das Speichern eines RAW dauert aber dann schon mal gut 10 Sek und beim Bearbeiten stockt es schon mal.
Besser sind natürlich flottere Kisten. Unter Vista sollte es aber mindestens ein DualCore mit mind. 3GB RAM sein.
RAW-Dateien nehmen viel Platz ein, externe Festplatten mit 500GB sind schon recht günstig zu bekommen.

Auf Grund der vielen Vorteile bietet sich das RAW-Format unbedingt an. Nehmt alle eure Bilder nur im RAW auf.
Erst wenn Ihr eure Bilder vollständig bearbeitet habt, speichert Ihr es als JPG für die unterschidlichen Zwecke als Bild für die Homepage oder Diashow.
Möchtet Ihr ein Bild ändern, ändert das RAW und speichert wieder als JPG ab.

Sind euch eure Bilder wichtig, bleibt auf dem laufenden Stand, falls sich ein Format-Standard ändert und konvertiert in den neuen Standard. In zwanzig Jahren sind eure Bilder nur noch Datenschrott.

 

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