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Reisen - Sparte

Eingetragen / aktualisiert am 18.05.2014

Tipps und Tourenbericht Motorradtour über den Balkan 2014

Wir wollten mal wieder mit dem Motorrad eine Balkantour machen.
Auch in Anbetracht dessen, dass mich das früher abgeschottete Albanien reizte und sich die Lage im Allgemeinen mittlerweile wieder beruhigt hat.
Mich reizt einfach diese wilde Landschaft, wollte noch einmal diese Ursprünglichkeit auch der Menschen genießen und auch einen Hauch von Abenteuer. Wer damals unterwegs war, weiß, was ich meine.
Die Tour führte zunächst nach Igoumenitsa in Griechenland, dann über Albanien, Mazedonien, Montenegro, ein Stück Bosnien, Kroatien, Slowenien, Österreich und über Tschechien zurück nach Deutschland.
Die Strecke mit unseren R 1200 GS betrug gut > 5.800 km...
Tja, Abenteuer gesucht und Altmühltal erhalten ;-)

Die Bildergalerie zum Bericht findet ihr hier: Galerie >>

Als Erstes ein paar Tipps...

Balkan- und sonstige Tipps

Der Tourbericht:

München

1. Tag
Autozug Hildesheim -> München
Die Anfahrt im Pladder, die richtige Einstimmung auf die kommenden Wochen... ;-)
Noch mal am Wein für die die nötige Bettschwere geschlabbert und dann ging es in die Koje.

 

 

 

Schnee2. Tag
7:00 Ankunft München, weiterfahrt im Regen nach Venedig, dort Übernachtung in Padua
Es wurde zwar frischer, dann dachte ich, ich hätte eine Halluzination, iwie wurde die Landschaft weiß. Es wurde richtig weiß, es lagen doch glatt ein paar Zentimeter Neuschnee, bei knapp + 1 Grad waren die Straßen aber frei. Allerdings hätte ich unsere Stollen bei Schnee doch zu gern mal ausprobiert ;-)
Als wir die Alpen überquert hatten, wurde es richtig warm, die Sonne schien, was will man mehr.
Kurz vor Padua hatten wir dann erst mal die Mopeds mit einem Hochdruckreiniger behandelt, um das Salz abzuwaschen.

3. Tag
10:00 Verschiffung nach Igoumenitsa.
Der kurze Trip durch die Käffer nach Venedig war schon nett, wir sind die paar Kilometer im Sonnenschein bei gut knapp über 20 Grad über die Landstraße gefahren.
Mopedfahrer wurden bei der Einschiffung wie immer bevorzugt, so konnten wir es uns früh an Deck gemütlich machen und beim Wein mit Käse die Sonne genießen.
Überrascht war ich von der Kabine, die war schon richtig nett eingerichtet und in solch einer Außenkabine fühlt man sich auch nicht so eingesperrt.

Sonnenuntergang4. Tag
15:00 Ankunft Igoumenitsa, dann ca. 30 km weiter südlich nach Plataria, einem kleinen Kaff, dort Übernachtung. Ein nettes kleines Apartement mit Terasse, hach, hatten wir die Sonne genossen.


Abends denn noch eine kleine Runde entlang der Küste gedreht, herrlich, die ersten Kurven in der Wärme.
Übernachtung: Villa Rosanna, nicht mehr bei Booking.com, preiswert und nett eingerichtet.

 

 

 

 

Meteora5. Tag
Da der Wetterbericht nicht gerade Gutes versprach, hatten wir umdisponiert und sind nach Trikala zum Kloster Meteora gefahren. Gefahren sind wir die alte Straße. Klein und kurvenreich, gemacht für unsere Kühe :-)
Sag ich dem Navi noch, keine Piste, durften wir doch 10 km schottern, wenn das dann wenigstens eben gewesen wäre. Alleine hierfür hat sich die Investition in unsere Stollen gelohnt. Trotzdem, war ich Abends fix und foxi... War das damals dort noch recht ruhig, herrschte hier voll der Rummel vor. Aber sehenswert sind die Klöster immer noch und sehr beeindruckend!
Abends hatten wir uns dann von einer alten Frau an der Straße verführen lassen und genossen frisch gegrillte Souvlakis.
Übernachtung: Aeolic Star Hotel, zentral und Preisgünstig.

6. Tag
Mit Albanien ist es wohl immer noch nichts, die nächsten Tage ist Pladder und Kälte angesagt. Also wieder raus aus die Berge und an die Küste.

Die Landschaft erinnert fast an den Yosemite, kaum zu glauben, dass man in Griechenland ist.
Was haben wir früher eigentlich ohne das Internet gemacht? Kurz online gehen und schon die nächste Unterkunft gebucht.
Wir sind nun nach Kanali an der Küste, affengeile Unterkunft und das für 25 Öcken, da lohnt sich kein Camping. Hier bleiben wir auch erst mal 2 Tage. 27 Grad und traumhafter Blick aufs Meer...
Übernachtung: Villa Pappas, absolut preisgünstig und wunderschön mit tollem Blick auf das Meer!

7. Tag
Noch Kanali
Son schiet, Regen, Regen, Regen...
Wollten wir doch eine Bergtour machen, gut, dass wir ne gemütliche Unterkunft haben!
Nachmittags dann ein kurzer Ritt nach Preveza als die Sonne wieder durchkam.

Gjirokaster8. Tag
Heute ging es dann von Kanali (GR) nach Gjirokastra, Albanien.
Wolken und flutschige Straßen. Mein Schutzengel hat wieder aufgepasst, normalerweise liegt man nämlich auf der Fr...e, wenn das Vorderrad weg schmiert...
Egal, eine tolle Fahrt, traumhafte Landschaft, liebenswerte Menschen, eine märchenhafte Unterkunft und Preise wie anno Tobak. Iwie steht die Zeit hier still...
Übernachtung: Bed and Breakfast Kotoni, preisgünstig, so was von liebenswerte Menschen mit total romantischen Zimmern, unmittelbar in der Altstadt.

9. Tag
Heute ging es dann vom B&B Kutoni mit den allerherzlichsten Betreibern nach Pogradec.
Da wir nicht Frühstücken, hatten sie uns ein Fresspaket gemacht, vom Feinsten. Ein ganzes Brot, Eier, Bananen, Tomaten, für eine ganze Kompanie...
Pogradec liegt am Ohrid-See. Klar, das Wetter ist im Moment nicht so der Hit, aber dies ist der Ort in Albanien, wo heute extreme 79mm Regen gefallen sind, logo, dass wir dahin müssen ;-)
Von Schlagloch zu Schlagloch durch eine ursprünglich grandiose Landschaft.
Gerade haben wir uns kugelig gefuttert, Portion hat hier noch eine völlig andere Bedeutung.
Übernachtung: Hotel Millennium, preisgünstig mit Seeblick

10. Tag
Heute ging es dann vom Ohridsee mit einem Abstecher durch Mazedonien nach Kukes.
Eigentlich sollte das mit dem Schnee ein Ende haben, Pustekuchen... ;-)
Bemerkenswert, kaum ist man aus dem vornehmlich christlichen Gebiet raus und im moslemischen Teil, geht es wieder los, Dreck, Machogehabe, übermütige Jugendliche, eine gewisse Unstruktuiertheit.
Übernachtung: Hotel Gjallica Kukes, sauber, einfach, hat noch etwas sozialistisches von damals. Die Feilscherei über den Zimmerpreis, obwohl wir ja gebucht hatten, ging mir voll auf den Senkel, aber war mal wieder typisch für diese Gesellschaftsgruppe ;-)

11. Tag
Von Kukes nach Kotor...
Von wild und grün bis hin zu Winnetou.
Albanien war auf dieser Strecke schon recht ursprünglich, überrascht war ich von Montenegro, wie sich dieses Land entwickelt hat.
Untergekommen in einem Appartement vom Feinsten mit einer Traumaussicht und das zu einem Preis...
Übernachtung: Apartmani Novakovic, sehr schön eingerichtet, liegt etwas abseits.

12. Tag
Pladder, Pladder, Pladder...
Wir hatten uns eine nette Tour ausgedacht, aber wiedermal der Regen. Aber Kotor ist auch bei Regen schön und wir sind ja nicht aus Zucker ;-)
Nachmittags wurde es wieder trocken und sogar die Sonne kam raus. Also noch ne kleine Runde gedreht und gleich gibt es lecker Futter.
Mal gespannt, wie es morgen wird...

13. Tag
Heute ging es von Kotor am Komovi-Gebirge vorbei nach Kolasin.
Der Aufstieg von Kotor aus belohnte uns mit einer Traumaussicht, gefolgt von einer wilden Kaarstlandschaft.
Klar, dass uns der Regen wieder eingeholt hat ;-)
Die Holperei auf den kleinen Straßen und eben jener hat mich fertig gemacht, ich bin reif für die Kiste...
Übernachtung: Apartments Radovic, eine kleine Pension, kaum zu finden, ein Einheimischer hat uns dort hin geführt, sehr einfach und ursprünglich, besonders der Ort ;-)

Dubrovnik14. Tag
Heute geht es nach Dubrovnik, wo wir nur eine kleine Runde drehen möchten und uns auch die Altstadt ansehen möchten.
Klar, es ging mit Gepladder los, fast den ganzen Tag über.
Heute führte uns die Etappe durch die Tara-Schlucht hinauf in das Dormitor-Massiv. Endlich wieder Schnee bei 5 Grad... ;-)
Leider kamen wir nicht durch, da die Passhöhe noch unter Schnee lag. Egal, der Abstecher in diese wilde Landschaft hat sich echt gelohnt. Vor allem, da die Hütte oben auf hatte und von einem urigen Kerl betrieben wurde. Unglaublich, wie man jedes Wort verstehen kann, ohne die Sprache zu können ;-)
Er erzählte von Abenteuern, wo Leute in ähnlicher Lage versucht hatten, trotzdem weiter zu kommen und dann ihr Moped weg geschmissen hatten. Nach nem starken Kaff und dem Probieren einiger Schnappes ging es dann weiter...
Gut, dass ich mir über GoogleMaps die Lage der Unterkunft angeschaut habe, die hätte ich sonst nie gefunden! Abends ging es dann in eine geile Pizzeria, Mann, haben mich die Kalorien angelacht :-)
Übernachtung: Rooms Jelena, schwer zu finden, preiswert und ganz herzliche Menschen.

15. Tag
Heute dann die kleine Tour in die Berge und die Küstenstraße zurück, Nachmittags dann in die Altstadt.
Kaum zu glauben, aber wir hatten ein Traumwetter!

16. Tag
Heute sind wir von Dubrovnik nach Trogir geschwommen...
Kann das bitte mal ein Ende haben?
Leider war deshalb von der grandiosen Landschaft kaum etwas zu erkennen.
Entschädigt haben wir uns mit Hähnchenbrust im Schinkenmantel auf geschmolzenen Cocktailtomaten, dazu Gnocchis mit Knofi-Käsesoße. Anschließend ging es dann in die Altstadt von Trogir, herrlich romatisch, trotz oder gerade ob des Regens. Die Nachtaufnahmen hatten so schon was Besonderes...
Übernachtung: Villa Cvita Apartments, die Zufahrt ist Abenteuer :-)

Bora17. Tag
Von Dubrovnik nach Gornji Karin in der Nähe von Zadar.
Hurra, heute sind wir trocken geblieben, dafür grau, 5 Grad und Bora.
Ein wenig gefroren hatten wir schon, jetzt heiß geduscht und ab ins Bistro, aufwärmen...
Übernachtung: Apartments Milic, preiswert und so was von herzliche Menschen, toller Ausblick, nettes Zimmer am A. der Welt.

18. Tag
Von Gornji Karin nach Grad Senj.
So muss es sein, trockene Straßen, Kurven bis zum Abwinken, tolle Landschaft, Sonne und blauer Himmel, abends 20 Grad und gleich ein leckeres Essen. Wo bekomme ich noch die nötigen 3 Wochen Urlaub her?
Übernachtung: Katarina Apartments and Rooms, ganz preiswert, mit angeschlossenem Bistro, ganz herliche Betreiber am A. der Welt, aber direkt am Meer.

19. Tag
Ade Mittelmeer, die Alpen haben uns wieder. Heute ging es von Sinje nach Kobarid an der Soca (Slowenien).
Traumwetter, geile Landschaften...
Ich befürchte, morgen haben wir unser Grau wieder.
Übernachtung: Studio Brnat, Preis geht für die Gegend in Ordnung, das beste ausgestattete modern eingerichtete Apartement.

20. Tag
Klar, es ist wieder Schmuddel angesagt. Wir hatten deshalb wieder umdisponiert und die Alpenpläne verworfen.
Das Ziel heute war dann das ca. 450km entfernte Dvorecna in Tschechien, kurz hinter der Grenze. Anfangs noch trocken, hatte es uns so in der Mitte von Österreich erwischt, Pladder ohne Ende. Wir hätten schneller fahren sollen ;-)
Zunächste entlang der Soca, den Vrsic Paß hoch, quer durch Österreich nach Lipno, einer Ansammlung von fünf Häusern am A. der Welt. Wieso sind wir bisher den Vrsic Paß nicht schon vorher gefahren? Der ist uns irgendwie entgangen, der höchste Paß Sloweniens und mit seinen 50 Kehren traumhaft schön!
In Dvorecna hatten wir ein kleines knuffiges Apartment, vorgeheizt auf 25 Grad, mit Katzen, Kaninchen und Hühnern gefunden. Wer findet hier nur hin?
Übernachtung: Apartmán Dvorecná, ist wie im Märchen, zu dem kleinen Preis gibt es sogar noch ein reichhaltiges Frühstück, aber am A. der Welt :-)

21. Tag
Heute ging es quer durch Tschechien nach Karlsbad. Der Wettergott hatte auch ein Einsehen und wir blieben trocken, sogar Sonne hatten wir!
Der Tscheschiche Teil des Bayerischen Waldes ist echt ein Tipp! Klasse Straßen, ursprünglich, sanfte Berge, aber doch irgendwie wild.
Übernachtung: Chalet Veitsberg-Vitkova Hora, für die Gegend sehr preisgünstig, so ist es auch eingerichtet, erinnerte mich an die Zeit bei der Bundeswehr. Für eine Nacht ok...

22. Tag
Zwei Tage sollte eigentlich noch die Heimreise dauern, aber mit Grau ging es wieder los :-(
Im Erzgebirge wurde das Wetter besser, sogar die Sonne lachte. Also diesen Teil noch einmal genossen, leere Straßen und noch ein paar Kurven hatzen.
Schon dachten wir über eine weitere Übernachtung nach, als uns in Höhe Einbeck der totale Pladder überraschte.
Jetzt hatten wir die Schnauze endgültig voll, der Pladder hat ja echt kein Ende, wir starten durch nach Hause, ab auf die Autobahn.
700 km sind wir lange nicht mehr an einem Stück gefahren, vor allem nicht davon 400 km recht kleine Kurvenstraßen.

Fazit:

Auch wenn wir ein wenig Pech mit dem Wetter hatten, die Landschaften sind schon imposant und es hat richtig Spaß gemacht! Wir werden die Tour noch einmal wiederholen, dann aber eher Ende August in den September herein, da ist das Wetter eher stabiler schön. Auch in Hinblick, dass man dann einige hohe Straßen fahren kann, die einem bis in den Juni herein u.U. verwehrt bleiben.
Tja, mit meiner damaligen Vorstellung, einen Hauch ursprüngliches Abenteuer zu erleben ist es wohl vorbei, die Länder haben sich mittlerweile zu ganz normalen Staaten entwickelt, mit für Touristen hervorragender Infrastruktur.

 

Motorradtour Balkan 2014