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Kritik - Sparte Technik

Michelin Anakee

Eingetragen am 09.08.2009

Der Michelin Anakee auf meiner 1200`er GS.

Standardmäßig war auf meiner 1200`er GS der Michelin Anakee montiert. Anfangs hatte ich so meine Probleme mit dem Reifen, dazu unten mehr.
Ich gehöre nicht zu den Heizern die vor jeder Kurve in die Eisen gehen. Ich fahre eher gleichmäßig, aber durchaus flott durch die Kurven und reize das Profil voll aus.
Ich benötige einen Reifen, der mir immer Grip bringt. Wollte ich den Anakee ob der anfänglichen Probleme ursprünglich runter schmeißen, ließ ich ihn dann doch drauf.

Meine anfänglichen Probleme:
Zunächst glaubte ich, kein Motorrad mehr fahren zu können, ich fühlte mich in jeder Kurve unsicher. Die Q hoppelte um die Kurven, das Hinterrad versetzte und hier und da schmierte es.

Bis mir dann jemand den Tipp gab auf den richtigen Luftdruck zu achten! Der Michelin Anakee reagiert m.E. recht empfindlich auf zu hohem Luftdruck! Meine Q hatte bei Auslieferung satte 2,8 bar drauf.
Mit max. 2,6 bar unbeladen auf der 1200`er GS läuft der optimal!

Nun kam Fahrspaß auf, der Reifen bietet jede Menge Grip und man kann es richtig krachen lassen. Die folgenden Eigenschaften lasse ich unbewertet, sind lediglich meine Erfahrungen und jeder soll für sich ausmachen, ob der Anakee etwas für ihn ist.

Der Grip resultiert wohl daraus, dass die Gummimischung recht weich ist. Dies hat wohl auch zur Folge, dass der Anakee auch nicht so lange hält. Das erste Hinterrad hielt 9.000 km bei sinniger Fahrweise, das Zweite nur ca. 6.000 km obwohl noch ausreichen Profil vorhanden war, dazu unten mehr.

Erfahrungen

Ich denke auf Grund der weichen Gummimischung schmierte das Hinterrad bei extremen Schräglagen auf heißem Asphalt mehrmals weg. Dafür bot der Anakee aber selbst auf Bitumen noch halbwegs Grip.

Hinterrad

Zum Vergrößern bitte Bilder anklicken

Anakee Profil(Bild links: Ausgefranste Vorderkanten)
Bei sinniger Fahrweise sind mit dem Anakee gut 10.000 km drin. Ist man aber ein Anhänger des Kurvenjagens und Beschleunigens, kann der Reifen auch schon mit 3 - 5.000 km am Ende sein.
Ich hatte den neuen Hinterreifen nach einem Korsika-Urlaub nach 6.000 km völlig zerschreddert, obwohl der Anakee an der dünnsten Stelle noch gut 3mm Profil drauf hatte. Hier hatte ich noch nicht einmal übermäßig beschleunigt! Ich hatte den Anakee alleine durch das Kurvenfahren zerschreddert!

Anakee(Bild links: Profil nach 6.000km)

Was war passiert? An den vorderen Teilen der Profilblöcke stellten sich die Kanten hoch, während an den hinteren Teilen das Profil abwetzte. Also eine besondere Art des Sägezahn-Profiles.
Eigentlich hatte ich das Profil gleichmäßig über den gesamten Reifen abgefahren und der Anakee sah eigentlich gar nicht so schlecht aus. Aber das Fahrverhalten wurde zum Schluss dermaßen besch... , dass ich sogar anhiehlt, weil ich glaubte, einen Platten gehabt zu haben. Ursache für die Sägezahnbildung dürfte dürfte hier die weiche Gummimischung sein.

Vorderrad

Das hält wohl locker 2-3 Hinterreifen aus. Allerdings ist auch hier die Fahrweise sehr entscheidend. Mein Vorderrad sah nach 15.000km völlig ok aus und hatte jede Menge Profil.
In den Alpen hatte ich es dann mal krachen lassen und nach 500 km war der Anakee schrott und das mit gut 3mm an der dünnsten Stelle. Was hatte ich gemacht?
Entgegen meiner sonstigen Gewohnheit einer gleichmäßigen Fahrweise hatte ich die engen Kurven kurz angebremst, auch um mich durch das Aufstellmoment leichter in die andere Kehre schmeißen zu können.
Meine Q brummt und singt nun ob der Hubbel und des Sägezahns, allerdings lässt sie sich immer noch leicht händeln und in Kurven verspürt man davon kaum etwas.
Zum Vergleich: Einen Michelin T66 hatte ich mal auf diese Art und Weise auf 70! km völlig geschrottet und musste den Reifen in den Müll schmeißen!

Lese dazu auch: Welcher_Reifen_GS1200.html

 

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