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Fotografie - Sparte

Eingetragen / aktualisiert am 29.10.2013

Mehlshootings sind zwar mittlerweile recht abgedroschen, aber der Effekt ist immer noch sehr interessant, imposant und bietet unglaublichen Gestaltungsspielraum.

Damit es klappt und die Gesundheit keinen Schaden nimmt, sollten aber einige Tipps beherzigt werden.

Tipps für ein Mehlshooting

thumb_1940.jpgEin Mehlshooting sollte am Besten im Freien durchgeführt werden, damit der Staub schnell abziehen kann oder zumindest in einer sehr großen Halle.

Es besteht Explosionsgefahr durch eine Mehlstaubexplosion! In der Umgebung auf keinen Fall Rauchen oder eine offene Flamme! Insbesondere, wenn in einer Halle geshootet wird.

Der Mehlstaub kriecht überall hin, von daher ist ein Studio weniger geeignet, es sei denn, man hat Spaß am Reinigen ;-)

Fotograf und Werfer sollten eine Schutzmaske tragen, die bekommt man für wenig Geld im Baumarkt.

Das Model sollte bevor es vom Mehl getroffen wird, die Luft anhalten und unmittelbar nach Auslösen die Mehlwolke verlassen.

Wenn das Mehl nicht reicht, nehmen manche das Mehl, welches bereits auf dem Boden liegt. Das wird nach jedem Werfen immer feiner, ebenso auch der anschließende Staub. Besser ist es, gleich die richtige Menge einzukaufen.  Für ein Shooting benötigt man ca. 10 - 20 kg Mehl.

Möchte man mit einem Eimer Riesenwolken schaffen, braucht man natürlich mehr, ansonsten reicht zum werfen ein Kehrblech. Mehl gibt es günstig bei LIDL oder ALDI ;-)

Auch aus dem Baumarkt bekommt man Abdeckfolie, damit sollten die Blitze und Boxen eingepackt werden, die sauen sonst völlig ein.

Da es darauf ankommt, den richtigen Zeitpunkt zum Auslösen zu finden, vielleicht vorher einmal an einem toten Objekt üben. Beim Auslösen muss ja die Auslöseverzögerung berücksichtigt werden!

Schöne Effekte erzielt man, arbeitet man zweifarbig. Die Pigmente gibt es für wenig Geld auch im Baumarkt und kann die einfach unter das Mehl mischen.
Hier braucht man dann zwei Werfer. Das macht sich eh besser da dann schönere Wolken erreicht werden. Auch hier ist erst mal üben angesagt ;-)

Am Besten nimmt man ein gut gefülltes Kehrblech, den Blick auf den vorher festgelegten Zielpunkt gerichtet, Ausfallschritt und mit langen Arm auf den Zielpunkt. Wie beim Kegeln, nur dass es hier Mehl ist.

Wichtig ist eine disziplinierte Abstimmung zwischen Fotograf und Werfer, denn die Ladungen sollten zum gleichen Zeitpunkt auf das Model treffen.

Kameraeinstellungen und Blitze für ein Mehlshooting

Es sollte mit einer großen Blende ab ca. f 9 gearbeitet werden um eine möglichst große Schärfentiefe zu erreichen und der Hintergrund dunkler wird. Sollte in einer Halle fotografiert werden, sollte die Rückwand wenigstens 4m entfernt sein, außer, man möchte diese mit einbeziehen.

Das größte Problem stellt das Blitzen dar. Studioblitze sind völlig ungeeignet, die haben meist eine Abbrenndauer von 1/1.500 - 1/2.500.
Man mag es kaum glauben, aber die Zeit ist zu lang! Man kann kaum die feinen Mehlpartikel "einfrieren", es entsteht eher eine diffuse Wolke. Es sollten wenigstens um 1/5.000 sein. Das Beispielbild hier auf der Seite ist mit einer 1/10.000 geschossen. Hier eignen sich Systemblitze am besten.

Die kurze Abbrennzeit erreicht man dadurch, dass man keine Automatiken oder TTL einsetzt, sondern alles manuell einstellt.

Ich habe einen NIKON SB 900 und 800 in einer Softbox (+Folie drüber) eingesetzt, bei 1/16 Leistung haben die eine Abrenndauer um 1/10.000 sek. Wie man sieht, reicht die Blitzleistung völlig aus, die Blitze standen allerdings nur knapp über einen Meter vom Model entfernt.

Angesteuert wurden die Blitze bei mir über das NIKON Creativ Lightning System, ansonsten benötigt man halt Funk für die Ansteuerung. Ich denke, zwei Blitze sollten es auch schon sein, um eine vernünftige Ausleuchtung zu gewährleisten.

Nun viel Spaß und nicht verzagen, es wird am Anfang bestimmt viel Schrott produziert, aber man wird entlohnt, wenn von 200 Bildern dann 10 geile Pics dabei raus kommen.

 

Mehlshooting Planung