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Tauchen - Sparte Medizin
Malariaprophylaxe und Tauchen
Eingetragen am 04.09.2006
Vorwort:Die Infos dieses Artikels sind aus verschiedene Fundstellen zusammengetragen und beruhen auch aus eigenen Erfahrungen.
Sie erheben keinen Anspruch auf vollständigkeit, sie dienen alleine zur Orientierung und ersetzen keinesfalls die Beratung durch einen Facharzt!
Die Malaria, eine heftige, lang andauernde, fiebrige Erkrankung, die zum Tode führen kann, wird durch die Anopheles-Mücke übertragen. Vor einer Übertragung sollte man sich unbedingt schützen.
Nur haben die Mittel zur Prophylaxe zumeist Nebenwirkungen (Orientierungsstörungen), die das Tauchen eigentlich verbieten.
Malariaprophylaxe und Tauchen stellt m.E. eine Gratwanderung dar. Darum, vor einem Urlaub in den Tropen auf jeden Fall einen Arzt konsultieren und sich Informationen über den Gefährdungsgrad einholen!
| Wie kann ich mich schützen? | Die Mittel | Kontaktadressen |
Der erste Schutz:
Allein durch die Beachtung einiger Schutzmaßnahmen lässt sich das Risiko einer Malariaübertragung um etwa 90% reduzieren. Die nachfolgenden Tipps solltet Ihr unbedingt beachten.
- Da die Anopheles-Mücke ab der Dämmerung aktiv wird,
tragt in der Dämmerung und nachts Kleidung, die den Körper weitestgehend bedecken, oder haltet Euch in mückengeschützen Räumen auf.
Sie sollte lang und aus hellem Stoff bestehen.
Achtet besonders darauf, dass die Füsse bedeckt (Socken) sind.
Die Füsse scheinen die Anopheles-Mücke magisch anzuziehen ;-)
- Verwendet Repellents (mückenabweisenden Substanzen), die Ihr auf die nackte Haut auftragt. Die gebräuchlichen Präparate enthalten den Wirkstoff DEET und haben abhängig von der Schweißabsonderung eine Wirkdauer von circa 2 Stunden.
Hier erhältlich ist z.B. Autan.
Autan enthält nicht mehr den Wirkstoff Diethyltoluamid (DEET), sondern nunmehr Bayrepel(R).
Ich persönlich kann Autan nichts abgewinnen, es klebt, stinkt und wirkt auch
nicht so gut.
In Thailand habe ich die dort üblichen Mittel zumeist Sprays verwendet.
Wirken gut, kleben und stinken nicht.
Vorsicht ist bei Kindern angesagt. Man sollte von einer allzu großzügigen Anwendung absehen, da eine Schädigung des Nervensystems nicht ausgeschlossen werden kann. Präparate auf der Basis von ätherischen Ölen (z.B. Mosi-Guard®) sollten hier vorgezogen werden. - Beseitiget Stechmücken, besonders in Schafzimmern. Schliesst die Fenster (wenn möglich) wenn Ihr das Licht anmacht.
Wer nicht zur Fliegenklatsche greifen will, kann auch Insektensprays verwenden. Sehr wirksam sind auf Geräte, die chemische Wirkstoffe verdampfen, wenn man sie an die Steckdose anschließt.
Wie die Chemie auf unseren Körper wirkt, vermag ich allerdings nicht sagen... - Sorgt für Durchzug in den Wohnräumen durch Ventilatoren. Auch Klimaanlagen können helfen, die Stechmücken fernzuhalten.
| Chloroquin | Hohe Resistenzlage. Also nur ein Mittel der Wahl zur Chemoprophylaxe gegen nicht-chloroquin-resistente Malaria-Erreger. In Gebieten mit bestehender Chloroquin-Resistenz muss entweder zusätzlich Proguanil eingenommen oder Mefloquin als Einzelpräparat verwendet werden. Die Chemoprophylaxe mit Mefloquin verbietet sich aber für den Taucher, da es u.a. zu Orientierungsstörungen kommen kann. |
| Malarone | Enthält den Wirkstoff Atovaquon. Ungeeignet zur Chemoprophylaxe der Malaria. Anwendung ausschließlich zur Therapie einer unkomplizierten Malaria tropica. Da wir mit ausgebrochener Malaria nicht tauchen gehen, ist dieses Mittel für Taucher ohne Bedeutung. |
| Mefloquin | Nebenwirkungen wie Lariam. |
| Lariam® | Bei Einnahme als Chemoprophylaktikum sind insbesondere neuropsychiatrische Auswirkungen genannt. In den Nebenwirkungen unterscheidet es sich kaum von anderen Antimalaria Chemotherapeutika wie z.B. Chloroquin + Proguanil. Auf Grund von psychomotorischen Nebenwirkungen ist für Arbeiten an Maschinen, Strassenverkehr ein sicherheitsvermerk angebracht. Bei der Bundeswehr ist die Verwendung des Präparates für Taucher und fliegendes Personal untersagt. |
| Doxycyclin | Chemoprophylaxe gegen Malaria in Deutschland nicht zugelassen! Es ist auch dringend davon abzuraten, sich dieses Medikament auf eigene Faust im Ausland zu besorgen, denn bei gleichzeitiger Sonnenbestrahlung der Haut kommt es unter Doxycyclin-Einnahme häufig zu unangenehmen und heftigen Hautreaktionen. |
Fazit:
Chloroquin scheint das einzige für Taucher mögliche Präparat zu sein. Allerdings mit Schwächen, da wohl sehr viele Erreger resistent sind.
Ich vermeide Tauchgebiete, wo eine (wirkungsvolle) Malariaprophylaxe von nöten sein könnte. Holt Euch also unbedingt Informationen über Euer Zielgebiet ein.
Und befragt Euren Arzt oder Apotheker... ;-))
- Tropen- und Reisemedizinische Beratung Freiburg TRBF
In der Reisemedizin und Tropenmedizin erfahrene und seit langem tätige Ärzte/Innen, hier findet Ihr eine persönliche Beratung zu Malariaprophylaxe, Impfungen etc. übers Internet an.
Adresse: Tropen- und Reisemedizinische Beratung Freiburg TRBF, 79106 Freiburg, Stuehlingerstr. 22, Telefon: +49 (0) 761-34100, Fax: +49 (0) 761-33916, E-Mail: info@tropenmedizin.de, URL: http://www.tropenmedizin.de - Universitätsklinikum Rudolf Virchow in Berlin Tel. +49 (0) 30-4 50 50
- Bernard Nocht Institut in Hamburg
Tel. +49 (0)40-3 19 20 77 - Institut für Tropenmedizin in Heidelberg
Tel. +49 (0) 6221-56 29 05 - Institut für Infektions- und Tropenmedizin in Müchen Tel. +49 (0) 89-21 80 35 17
- www.netdoktor.de
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