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Wohnmobil - Sparte

Eingetragen / aktualisiert am 25.02.2009

Nachtrag Sept. 2013, nach 4 1/2 Jahren, 28.000 km 
Siehe auch unten unter Verarbeitung...
Keine Ahnung, wer für die Lackierung verantwortlich ist, ob LA STRADA oder FIAT.
Nun, nach 4 Jahren löst sich die Lackierung an der Einfassung zur Windschutzscheibe, an den Kotflügeln, an der Motorhaube, überall dort, wo die Karosse eine harte Biegung hat. Noch zwei Jahre weiter, sieht das Fahrzeug eher wie Blätterteig aus...

Die Komplette Aufhängung des Auspuffs musste erneutert werden, da die Gummis der Aufhängung durchgegammelt waren.

Die LA STRADA Aufkleber und alle Plasteteile wie Kotflügel und Trittbrett an der Hintertüre zollen ihren Tribut an die UV-Strahlung. Aufkleber rissig, die Plaste wirkt hellgrau verranzt.

Die Wasserpumpe und Geber  im Wassertank, die nur hereingelegt sind, bleiben nicht immer dort, wo sie hingehören mit der Folge, dass die Füllstandsanzeige nicht korrekt ist, viel schlimmer, dass das Volumen des Wassertanks nicht ausgenutzt werden kann.




Hier fängt das Wohnmobilfahren an...
...die ersten Eindrücke.

Die Geschichte

Bisher waren wir, also meine Wenigkeit und die beste Ehefrau von allen mit einem VW T4 California Freestyle, ausgestattet mit allem Schnick und Schnack Baujahr 2003 unterwegs. Ziel war, ein wirtschaftliches und alltagstaugliches Wohnbett immer dabei zu haben.
Ja, das war schon die eierlegende Wollmilchsau, allerdings entstanden dann auf unseren Reisen insbesondere bei der besten Ehefrau von allen, zunehmend kleine Probleme, z.B. das mit der Toilette auf tollen WoMo-Plätzen. Auch überkam uns immer ein komisches Gefühl, auf einem Parkplatz für den Mittagsschlaf das Dach auszufahren, überhaupt, die Lärmbelästigung und die Kälte im Dachbett im Winter. Bei tagelangem Schmuddelwetter war dann der T4 auch nicht so der Hit.
Es reifte dann die Entscheidung, sich ein kleines WoMo zuzulegen, aber welches...

Ziel

Ein möglichst kleines Fahrzeug, aber in dem alles Notwenige und Raum vorhanden ist, welches sich noch gut in Großstädten oder auf kleinen Strassen händeln lässt und noch leidlich wirtschaftlich ist.
Der vorher wichtige Punkt Alltagstauglichkeit wurde nun abgehakt. Dies mal zur Klarstellung: Alles was länger als 5m, breiter als 1,80m und höher als 2m ist, ist IMHO nicht mehr alltagstauglich!
Wenn auch in manchen Foren ein Fahrzeug wie der La Strada Avanti als alltagstauglich hingestellt wird, ist dem IMHO nicht so. Mit der Höhe und Breite muss man sich schon so seine Gedanken machen. Man kommt in kein Parkhaus mehr, wird von vielen Parkplätzen auch durch Höhenbegrenzer ausgeschlossen und die Fährkosten steigen auch nicht unerheblich.
Die Klasse Jumper, Sprinter u.s.w. gehört zu der Gruppe Fahrzeuge, mit denen man eben nicht mehr alles machen kann. Sie sind aber immer noch für ein WoMo klein und flexibel, man kann sich gut in Großstädten bewegen, auf PKW-Parkplätzen einen Platz ergattern und auch das Bewegen auf kleinen Straßen stellt kein Märtyrium dar.
Wir wollten ein dauerhaft festes Bett, viel Stauraum, Toilette, Zuladung und Sitzgruppe, ein Auto mit dem wir uns auf allen Strassen leicht bewegen können, wo man sich bei Schmuddelweter aufhalten kann, was uns nicht arm frisst und trotzdem Leistung bringt.

Die Qual der Wahl

Welche Fahrzeuge stehen da zur Auswahl?
So was wie der Big Nugget auf Basis eines Ford Transit schied gleich aus. Er ist deutlich größer als ein T4 aber m.E. unpraktischer, dazu ohne Nasszelle und mit Rödelei beim Bettenbauen. Unserer Vorstellung nahe kamen die Fahrzeuge von Pössl und LMC, besaßen die Fahrzeuge eigentlich die Aufteilung die wir uns wünschten.
Die ersten Besichtigungen von Pössl erfüllten uns aber mit Erschrecken. Ich traute mich nicht, irgendwas anzufassen, aus Angst, ich könnte etwas beschädigen. Die gesamte Inneneinrichtung machte auf mich den Eindruck von billig und labil. Wenn ich schon beim Besichtigen Angst habe, irgend etwas zu beschädigen, ne da lass ich das lieber. Bei einem Ausstellungsfahrzeug waren schon Einrichtungsteile abgerissen...
So stießen wir dann auf La Strada, der machte gleich einen anderen Eindruck. La Strada ist ist teurer als Pössl, aber frei meiner Erfahrung, billig kauft man oft zweimal, entschieden wir uns für La Strada.

Die Erfahrungen

Erworben haben wir dann einen La Strada Avanti M mit 5,51 Länge und 2,05m Breite, 2,65m Höhe auf Basis eines Citroen Jumper, motorisiert mit dem 3l 157 PS-Motor. In der Aufteilung ist der La Strada Avanti M genau für uns gemacht. Dadurch, dass eine reguläre Sitzbank fehlt und nur eine kleine Bank auf der rechten Seite vorhanden ist, hat man deutlich mehr Platz. Klar sollte einem sein, dass diese Version ein Zweisitzer ist!
In meiner Rezension unterscheide ich zwischen dem, was auf das Konto La Strada geht und dem, was dem Hersteller des Aufbaus, nämlich Citroen zuzuschreiben ist!

Fahreigenschaften, Technik, Verarbeitung und Daten des Citroen Jumper:
La Strada MIst der Citroen Jumper deutlich größer, als der ehemalige T4, fährt sich dieser aber fast wie ein PKW. Kein Geschwanke und Geeiere wie beim T4 und sehr übersichtlich. Das Rangieren ist eine Leichtigkeit und das Fahren macht auch in Kurven richtig Spass.
Bei dem 3l-Motor stehen 400nm schon bei 1.700 U/min an, das geht richtig ab! Bewegt man den Citroen Jumper mit sensiblem Gaspedal, optimaler Drehzahl und vorausschauend, begnügt sich der Kraftprotz mit ca. 10l Diesel. Zu Bedenken ist hier, dass fast 3 Tonnen bewegt werden müssen. Ab 120 km/h oder der Tritt aufs Gaspedal reißt doch Löcher in die Urlaubskasse.
Schnelles Überholen oder Berge stellen kein Problem dar, Power pur und zugleich halbwegs wirtschaftlich...
Die Sitze sind eine Wohltat für jeden Rückengeplagten Menschen und sind mannigfaltig einstellbar.
Negatives:
Die Plaste der Verkleidungen im Einstiegsbereich und auch das Armaturenbrett ist für mechanische Beanspruchungen und vermutlich auch UV-Strahlung recht empfindlich. Ich denke, in ein paar Jahren sehen die Verkleidungen und Trittstufen recht unansehlich aus. Man sollte hier sehr vorsichtig sein und die Plaste laufend pflegen.
Der Neuwagen zeigte an der Einspritzanlage nicht unerhebliche Korrosionsschäden, nicht auszudenken, wie das in ein paar Jahren aussieht! Bei Auslieferung musste schon gleich ein Scheinwerfer ausgetauscht werden und warum die Batterie ohne Verbraucher wie Radio etc. nach 10 Tagen leer ist, ist mir ein Rätsel. Betrachte ich mir den Jumper im Detail, ist erkennbar, dass er nicht in der Oberliga der Verarbeitung spielt. Eigentlich passt der Jumper nicht zu dem Ausbau von La Strada ;-)
Nun ja, das ist halt die Konzession an den Preis, mal schaun, was die Zukunft bringt...

Der Ausbau:

La StradaHierfür verantwortlich ist die Firma La Strada. Der Ausbau ist in Sperrholz gehalten, also leicht, stabil und sehr gut aussehend. Der gesamte Ausbau von La Strada zeugt von einer guten Verarbeitung. Das Bett ist für rückengeplagte Menschen eine Freude, hier findet man nicht nur eine relativ gute Matratze, sondern hier wird das Körpergewicht und -Form über die Matratze durch individuell einstellbare Lamellen besser noch als über einen Lattenrost aufgenommen.
Absolut genial ist die Raumotimierung. Die Nasszelle wird ja kaum genutzt, hier verschwindet der Kleiderschrank in diese Nasszelle und ist unmittelbar über die Türe oder ausgezogen zu erreichen. Der Schrank macht einen soliden Eindruck und 40kg Belastung sind nicht ohne für ein paar Klamotten. Nur so ist es möglich, Sitzecke, Kleiderschrank, Nasszelle und fester Schlafbereich in einem Fahrzeug großzügig in dieser Größe zu verwirklichen.
Unter dem Bett befindet sich ein großer Stauraum, der vom Innenraum und über die hinteren Außentüren zu erreichen ist. Sehr viel Stauraum befindet sich in mannigfaltigen Fächern und Schränken.
Auf die vorhandenen Selbstverständlichkeiten wie die zweite Nutzbatterie, Truma-Heizung mit Warmwasser-Boiler, Kühlschrank u.s.w. gehe hier mal nicht ein.
Sehr praktisch ist der stabile ovale drehbare Tisch, den man bei Bedarf ganz leicht aus der Halterung nehmen kann.
Ein Schwachpunkt sind für mich die Fenster, Dachluken, Verdunkelungsrollos und Moskitorollos an den Fenstern. Das ist für mich alles labiler Billigkrams und man sollte hier bei der Bedienung sehr vorsichtig und sensibel vorgehen. Dies werfe ich allerdings nicht La Strada vor, die werden auch in Wohnmobilen zu Preisen eines Einfamilienhauses verbaut. Gewicht und Preis sind hierfür wohl die Gründe...

Kritikpunkte:
La Strada vorwerfen muss ich allerdings, warum der Ausbau...
- über keine 12V Steckdose/n verfügt! Mit einem Wohnmobil möchte ich zumindest teils autark sein, nicht immer steht mir ein 230V-Netz zur Verfügung und ich muss manchmal ein Handy laden, nutze einen Laptop u.s.w.
Die 12V-Buchse der Mittelkonsole ist mehr oder weniger unbrauchbar, da hier die Fahrzeugbatterie belastet wird und nur bei eingeschalter Zündung Strom liefert.

- Schlecht konzipiert ist der Sitz der Zusatzbatterie, die nur durch ein Band gehalten wird und gegen den Ausgang des Boilers stößt. Es ist eine Frage der Zeit, wann hier Beschädigungen auftreten und man sein Wasser, wie bei uns schon geschehen, in den Fahrgastraum pumpt.

- Der Gasschlauch ist m.E viel zu kurz. Schließt man die kleine Flasche an, ist eine Knickstelle mit späterem Defekt am Gasschlauch kaum zu vermeiden. Wenn kein Gas strömt, ist das noch das kleinste Übel. Bei uns war nach 3 Tagen ohne Gebrauch die Flasche leer, da der Gasschlauch hin war...

- Die Wärmeabführung des Kühlschrankes ist m.E. völlig daneben. Die Wärmeabführung erfolgt über eine Öffnung unmittelbar an der Chassiswand. Nicht ausreichend bei höheren Temperaturen ab ca. 25 Grad. Das Besteck im Besteckkasten wurde so heiß, dass ich mir fast die Finger verbrannte!

- Der Ablasshahn für den Grauwassertank ist so blöde angebracht, dass man sich fast hinlegen muss, um diesen zu bedienen. Hat der Tank eine gewisse Füllung, ist bei Öffnen des Hahns eine Dusche mit dem Schmutzwasser fast inklusive!
Wer hat sich das bloß ausgedacht?

- Öffnet man bei Regen die Schiebetüre, schlägt einem das Wasser in den Innenraum und sabbelt auch die die Verkleidung voll. Das Wasser ist kaum vollständig zu entfernen. Da hilft auch kein Ausfahren der Markise.

Tipps:

Die Zusatzbatterie durch einen Winkel zusätzlich sichern!

Unbedingt einen längeren Gasschlauch besorgen!

Eine zusätzliche Öffnung für die Wärmeabführung des Kühlschrankes schaffen.

Eine Verlängerung für den Abfluss des Abwassertanks anbringen.

Anbringen einer einfachen Regenleiste über der Schiebetür, damit einem das Wasser nicht mehr in den Innenraum schwappt.

Wer Strom braucht...
Im Verteilerkasten ist noch ein Anschluss frei, von dort eine Leitung legen und über der Schublade des Bettkastens ist noch ausreichend Platz für eine 12V-Buchse.
Ich habe hier sogar über einen Wandler zusätzlich eine 230V-Lösung realisiert.

Die beste Ausnutzung der vielen Stauräume lässt sich mittels kleiner passender Kisten und/oder Körbe erreichen. Zuvor sollten die Fächer mit einer rutschfesten Matte ausgelegt werden. Das mindert zudem eine evtl. Geräuschentwicklung loser Gegenstände.

Der Tisch ist für meine Begriffe für zwei Personen etwas zu groß geraten und manchmal störend. Eine neue Tischplatte ist aber günstig in Baumärkten zu erwerben.
Die Tischplatte ist ausgesprochen stabil auf eine Aufnahmeplatte verschraubt und zusätzlich verklebt. Mit viel Gefühl kann man die Aufnahmeplatte mit Hilfe eines Heißluftföns lösen und für die neue Tischplatte verwenden.

Fazit

Man erhält mit dem La Strada Avanti M ein kleines vollwertiges, relativ wirtschaftliches, fast alltagstaugliches wendiges WoMo mit viel Fahrspass welches sich mit Leichtigkeit in Großstädten und auf kleinen Strassen bewegen lässt.
Der  La Strada Avanti M ist ein Raumwunder, die Schranklösung ist genial zu nennen. In wohl kaum einem anderen Fahrzeug dieser Größe wird man ein Festbett, Nasszelle, so viel Raum und gleichzeitig Großzügigkeit antreffen.
An der Qualität des Innenausbaus erkennt man, warum der La Strada Avanti M einige tausend Euro teurer als Vergleichsmodelle ist. Aber verglichen mit dem Preis eines Golf ;-), T4 oder Pössl ist das Preis-Leistungverhältnis für mich unschlagbar.
Die o.g. zumindest für mich Mängel lassen sich mit relativ wenig Aufwand abstellen. Schön wäre es, wenn La Strada diese lapidaren Kritikpunkte abstellen würde, denn blöde ist es schon, wenn an einem neuen Fahrzeug zunächst einmal gebastelt werden muss, vor allem, da es sich hier kosten- und aufwandsmäßig in Relation zum Anschaffungspreis um Peanuts handelt!

Technische Daten (ohne Gewähr):

 

Basisfahrzeug

Maße & Gewichte

Citroen Jumper 157PS-400nm

Länge: 541 cm

Drehbare Fahrerhaussitze

Breite: 205 cm

ABS

Höhe: 259 cm

ASR Antrieb Schlupf Regelung

Masse fahrfertig: 2790 kg

Fahrer- Beifahrerairbag

Technisch zulässige Gesamtmasse: 3300 kg

Reifen 215x70/R15 C

Zuladung ca.: 510 kg

Anhängelast bis 2000/2500 kg

Hinweis: Zusatzausstattung und Anbauteile verringern die Zuladung!

Zentralverriegelung mit FB  
Lenkrad Höhenverstellbar  

Abgasnorm EURO 4
Grüne Plakette

 

Unterteilte elektr. verstellbare Spiegel

 

Tempomat

 

Klima

 

 

Fahrzeugtechnik  
Frischwassertank 70 Ltr.
Abwassertank 70 Ltr.
Gas Gebläseheizung 4,0 KW
Gas Flaschenkapazität in kg 1x11/1x5
Zusatzbatterie 100 Ah
3 Punkt Gurt Sitzplätze 2
max. Sitze Wohnen/Fahren 4 / 2
Bettmaß in cm 197x142x115
Warmwasseranlage Boiler 12Ltr.
Kontrollpaneel ja
Bordstrom/Ladegerät/Trennrelais ja
Externe Stromversorgung 230V/CEE

 

La Strada Avanti M