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Eingetragen / aktualisiert am 27.04.2009

Dass gegen Kinderpornogafie im Internet vorgegangen wird, ist richtig, aber was nun scheinbar geplant wird, geht mir entschieden zu weit!

Einige führende Internet-Provider unterzeichneten ein Abkommen, dass bei Aufruf von Internetseiten mit Kinderpornografischen Inhalten der Besucher auf eine sog. Stopp-Seite geführt wird.
Die Meinungen hierzu gehen auseinnander, frei nach dem Motto: "Wehret den Anfängen..."
Würde es nur dabei bleiben, könnte ich damit als eigentlicher Gegner jedwelcher Zensur im Internet noch leben. Aber wie ich unsere Bundesregierung kenne, wird sie wieder über das Ziel hinausschießen und ich befürchte, dass dies dann schnell auf Tauschbörsen u.s.w. ausgeweitet werden könnte/würde.
Liest man auf Heise:
http://www.heise.de/newsticker/Kinderporno-Sperren-Regierung-erwaegt...../meldung/..
Zitat:

Staudigl bestätigte in diesem Kontext, dass jeder Nutzer mit Strafverfolgung rechnen muss, wenn er dabei beobachtet wird, eine geblockte Webseite abzurufen: Ein "aufgrund der Umleitung zur Stoppseite erfolgloser Versuch, eine Internetseite mit kinderpornographischem Material aufzurufen, erfüllt die Voraussetzungen dieses Straftatbestands und begründet daher den für strafrechtliche Ermittlungen notwendigen Anfangsverdacht"

Hier wird es für mich gefährlich!
Was ist mit denen, die über einen "Vertipper" auf eine solche Seite gelandet sind?
Was mit denen, die dummerweise einem Link in einer Mail folgen ohne zu wissen, welche Inhalte sie erwartet?
Sind das alles potentielle Straftäter?

Sollte das Gesetz durchgeboxt werden, sollte deshalb jeder genau überlegen was er tut. Ein versehentlicher Klick und schon steht die Polizei im Haus, beschlagnahmt den Rechner, Strafverfahren und von einer evtl. Rufschädigung mal ganz zu Schweigen.


Ungemach kann u.U. harmlosen Homepagebetreibern drohen:
Wer nicht gerade einen eigenen Server sein eigen nennt, das ist wohl die Vielzahl der Homepagebetreiber, muss u.U. damit rechnen, dass seine Seite nicht mehr im Netz ist.
Grund:
Hier teilen sich etliche Domains einen Server und die haben alle die gleiche IP. Wird nun die Domain, damit auch die IP einer Kinderporno-Seite gesperrt, sind automatisch auch alle anderen harmlosen Domains betroffen.

Ich kann nur hoffen, dass alle Kräfte gegen ein solches in meinen Augen Blödsinnsgesetz vorgehen!

Kann das richtig sein, dass für eine handvoll Dummköpfe, die man vielleicht wirklich erwischt, viele Leute ungerechtfertigt verfolgt werden und erhebliche Nachteile in Kauf nehmen müsses?
Wer sich solch einen Schwachsinn ausdenkt, sollte sich zuvor erst mal informieren!
Ich halte die gegenwärtigen Mittel für völlig ausreichend. Leute mit kriminellen Absichten verwenden eh einen Proxy-Server oder gehen über einen ausländischen Provider ins Netz, hier wirken die Mechanismen nicht.
Wen trifft es also?
 

Nachtrag 15.06.2009
Es besteht die Möglichkeit, beim Petitionsausschuss des Bundestages für die Petition Internet - Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten zu zeichnen.
Es bedeutet ob der Registrierung natürlich ein wenig Aufwand, aber vielleicht bringt es was. Der Pettionsausschuss hat zumindest in der Vergangenheit so einiges bewegt.
Der Link: epetitionen.bundestag.de/index.php

 

Kinderporno69Sperren