zur « Themenübersicht Reisen

Reisen - Sparte

Eingetragen / aktualisiert am 18.11.2009

2. Teil des Indonesien-Berichts.
1.Teil: Indonesien_09_-_Bangka_und_Lembeh_Street.html
 

Link zur Galerie: bilder_Indonesien.html

3. Etappe: 11 Tage Tauchen auf der Putri Papua in Raja Ampat - West Papua

Putri PapuaVerantwortlich für Organisation, Transfer und Safari war hier Grand Komodo Tours (http://www.komodoalordive.com). Auch hier wieder alles perfekt!
Die unternehmen ja so einiges an Safaris und anderen Unternehmungen, da hat sich Maik den richtigen Partner ausgesucht. Chefe, ein Balinese, haben wir auch kennen gelernt, ein wirklich netter Kerl. Kein Wunder, dass bei Grand Komodo alles so gut abläuft.
Dadurch, dass wir 11 Tage unterwegs waren, konnten wir dann das ganze Gebiet Raja Ampat abfahren.
Raja Ampat (Detailkarte) 
(Im Unterschied zu der Karte sind wir durch den Kanal nach Misool)
Raja Ampat  (Übersichtskarte)

Morgens früh folgte dann der Transfer vom Santika zum Flughafen. Hier folgte dann für manchem einem eine kleine Ernüchterung. Auf diesem Inlandsflug in einem Miniflieger sind lediglich 10kg Gepäck frei, für jedes Kilo mehr waren um 2,50 Euro zu zahlen. Das erzähle mal einem Taucher ;-)
Nach gut 2 Stunden landeten wir dann auf dem Provinflughafen in Sorong - West Papua. Sorong ist wohl so etwas wie die Provinzhauptstadt, ein ursprüngliches Nest, wobei ich ob der Sauberkeit und auch Infrastruktur überrascht war.
Der Hafen, von dem aus wir zur Putri Papua übergesetzt wurden, der hatte was. All diese Schrottschiffe...
...und wenn dann mal eines absäuft, dann bleibt es einfach liegen :-)

 

Videoclip/ Diashow: Tauchsafari Putri Papua, Über- und Unterwasserbilder

Get the Flash Player to see this player.

 

 

Die Putri Papua ist ein Holzschiff von ca. 35m Länge. Die Kabinen sind gemütlich, mit Aircon und eigenem Bad ausgestattet. Sogar warmes Wasser gibt es! Wir hatten das Glück, die Kabine auf dem Oberdeck zu ergattern, dadurch konnten wir Dank Frischluftzufuhr nahezu auf die Aircon verzichten. Auch ist diese Kabine deutlich geräumiger und die Wege zum Salon sind kürzer. Insbesondere für Raucher interessant, da man hier seinen eigenen Balkon im Freien hat ;-)
Das Essen grenzt hier natürlich an Körperverletzung ;-)
Wer hier nicht fett wird, ist selber Schuld, Ihr versteht, was ich meine? Wirklich klasse!
Und die Mannschaft? Herzlich, hilfsbereit und immer darum bemüht, es den Gästen so angenehm wie möglich zu machen. Ich weiß nicht woran es liegt, ich jedenfalls könnte das nicht...
Ein mal den Namen genannt, schon haben sie ihn behalten und die Marotten der Gäste haben sie auch sofort verinnerlicht. Die Crew erkannte sofort, wem man z.B. im Schlauchboot ein besonderes Augenmerk widmen musste und wem nicht.
Apropos Schlauchboot, es war vielleicht mal ein Schlauchboot. Einfach genial die Idee, die Schläuche mit GFK zu überziehen. Das Sitzen ist deutlich angenehmer, bei Wellengang hopst man nicht. Der größte Vorteil ist der, dass man eine Leiter für den Einstieg montieren konnte und das sonst übliche Gefrackel bei Schlauchbooten entfällt.

SonnenuntergangNach unserem Empfang und einer Einweisung auf der Putri Papua ging es dann gleich die Nacht durch los Richtung Misool. Wunderschön die Fahrt durch den Kanal. Als es dunkel wurde, erreichten wir das offene Meer und dann wurde es wellentechnisch recht heftig. Die Gischt schlug bis aufs Oberdeck, aber die Puti Papua lag wie ein Brett im Wasser, kein Wunder, war es mal ein Segelschiff und ist für Seegang gebaut.
Menschen, die zur Seekrankheit neigen, sollte hier entsprechend vorbeugen!

Wir tauchten auch in der Nähe des neuen Misool Eco Resort, sah auch ganz nett aus. Aber ich denke, das dies keine Zukunft haben wird. Übernachtung und Tauchen sind schweineteuer, da besser gleich eine Tauchsafari, die ist günstiger und man betaucht unterschiedlichere Tauchplätze. Auch hätte ich keine Lust, nach anstrengendem Flug noch gut 4-5 Stunden in einem über die Wellen hoppelnden Speedboot zu sitzen.
Dass das Misool Eco Resort einfach teuer sein muss, ist klar, die Logistik alleine stellt schon ein Problem dar.

Wie auf der o.a. Karte zu sehen, verlief die Route dann in den Norden, über das zentrale Raja Ampat Gebiet zurück nach Sorong.

Tauchen

 Boje und Riffhaken sollten immer am Mann oder Frau sein! Hier herrschen Strömungen vor, die einen manchmal echt vom Sockel reissen. Für Anfänger ist das Gebiet um Raja Ampat wirklich nichts! Die Crew gibt sich die größte Mühe, die Tauchgänge so angenehm wie möglich zu gestalten, aber strömungsfreie Tauchgänge kommen so gut wie nie vor. Anfänger sind im Zusammenspiel, Strömung, schnelles Abtauchen und mit dem Aufpickprozedere schnell überfordert!
Nicht umsonst ist ein Zettel zu unterschreiben, dass man Erfahrung im Strömungstauchen um 5 Knoten, das sind rund 9 km/h hat!
Die Sichtweiten waren eher bescheiden, so um 10m, bei Misool auch um 30m. Die Tiefen bewegten sich zumeist flacher als 30m, nur manchmal darüber. Selbst wenn es einem an einem der wenigen möglichen Tauchplätze vielleicht verlockt tiefer zu gehen, sollte man es unterlassen. Zum Einen verkürzt es die Tauchzeit, viel wichtiger sind die zum Teil unberechenbaren Strömungen.
Ach ja, Tauchzeit: Es wurde eine max. Tauchzeit von 1 Stunde vorgegeben. Die Meisten waren eh eher aus dem Wasser, aber für Zeitgenossen wie mich hätte die Luft auch länger gereicht. Über die Tauchzeit sollte man nicht diskutieren, da der Routenplan auch von dem Tauchbetrieb abhängt. Wird zuviel Zeit für das Tauchen verplempert, kann u.U. der Plan nicht eingehalten werden und das Anfahren von vielleicht Highlights ist nicht möglich.

Das Tauchen bei Misool war schlichtweg der Hammer! Hat jemand die Filmreihe Der Blaue Planet gesehen, insbesondere die Folge mit dem Sardines Run? Das im TV zu sehen ist eine Sache, aber mal dabei zu sein, ein Erlebnis, welches man nie vergisst!
Strahlender Sonnenschein, plötzlich verdunkelt sich der Himmel, die Massen an Fisch lassen kein Licht mehr durch. Das Riff, kaum 2 Meter entfernt, ist nicht mehr zu sehen, dazwischen jagende Stachelrochen und Makrelen, ein Erlebnis der Extragüte!
Hier bei Misool findet man Riffe der Extraklasse und einen Fischreichtum insbesondere auch an Großfisch vor, der seinesgleichen sucht.

Die Tauchplätze um Yar, Gag, Kawe und Wayag (ganz im Norden) fand ich ok, aber nicht immer wirklich ein Hit. Richtig toll wurde es wieder in Zentral Raja Ampat mit den Tauchplätzen um Mansuar und insbesondere um Kri. Steilwände, toll bewachsene Riffe und Fische ohne Ende...

Klar, nach Wayag muss man schon alleine der Bilder wegen hin. Hier werden auch die wunderschönen Reiseprospektbilder geschossen. Zunächst muss man allerdings einen ca. 100m hohen Hügel erklimmen. Man sollte schon trittfest sein, denn Weg kann man den Aufstieg nicht nennen. Auf jeden Fall sollte sich festes Schuhwerk an den Füßen befinden, denn ein Sturz und der Urlaub findet ob der der messerscharfen Felsen unmittelbar ein Einde!!
Nach dieser Kraxelei wird man aber mit einer unglaublich schönen Aussicht über die Inseln belohnt!

Tipp:
Bei einer Tauchsafari kann man sich eigentlich auf die Gebiete um Misool und Zentral Raja Ampat um Kri beschränken. Zumindest für mich sind das die Highlights!

Anmerkung:
Die Raja Ampat Inseln sollen angeblich von der UNESCO zu einer World Heritage Region erklärt zu werden. Meeresbiologen fanden hier 465 verschiedene Korallenarten und einer der weltweit bekanntesten Ichthyologen konnte während eines einzigen Tauchgangs vor der Insel Kri 284 verschiedene Fischarten dokumentieren. Die Raja Ampat Inseln gelten als die Meeresregion mit der weltweit größten Artenvielfalt.
Verständlich, betrachtet man sich auch die Lage zu der Nähe zu Australien, wo Arten aus dieser Region auch hier anzutreffen sind.
Nur, frage ich mich, wie lange noch...
Das Raja Ampat Archipel ist dünn besiedelt, es findet kaum Tourismus, nur gering ein Tauchtourismus statt. Trotzdem, auf unseren Landgängen auf unbewohnten Inseln erfüllte mich der Unrat und Müll mit Erschrecken. Ursache dürften die Strömungen sein, die jeglichen Unrat von wer weiß wo her auf die Inseln treibt. Müll ohne Ende...
Bei Flaute ist sehr schön ein dünner Ölfilm auf dem Wasser und treibender Müll zu beobachten. Wie gesagt, in einem kaum bewohnten Gebiet! Ich frage mich nun, wie lange noch ist das Raja Ampat Archipel ein Tipp für Taucher, insbesondere, dass dieses Gebiet nun auch durch die Tourismusindustrie entdeckt worden ist?
Wer kann, sollte die Chance nun wahrnehmen und dieses wunderbare Gebiet erkunden, ich denke, in ein paar Jahren ist es vorbei mit der Idylle.

Auch diese 11 Tage fanden ein Ende, schade, ich hätte noch ewig auf dem Boot verbringen können :-)
Die letzte Nacht verbrachten wir im Hafen von Sorong und gönnten uns an diesem Abend ein paar Bier mehr ;-)

4. Etappe: Tomohon und Minahasa Hochland bei Manado

Lake DanauDiese 4 Tage nach der Tauchsafari hatten wir nicht vorgebucht. Wir wollten nach Tomohon als Startpunkt für das Minahasa Hochland. Ausgeguckt hatten wir uns Onongs Palace, welches uns auch von Anke empfohlen wurde.
Da wir ja Zeit hatten, genossen wir am Flughafen zunächst einmal ein kleines Essen und um uns auch von den Anderen zu verabschieden. Mit einem Taxi ließen wir uns für kleine Kohle nach Tomohon zum Onongs Palace bringen. Man sollte am Flughafen an den kleinen Stand gehen, dort werden Transporte zum Festpreis vermittelt, dann erlebt man keine Überraschung.
Bis Tomohon sind nur wenige Kilometer, aber das zieht über eine Serpentinenstraße ganz schön hin.
Neben Onongs Palace befindet sich auch das Highland Ressort. Sieht ganz nett aus, hier genießt man für den höheren Preis etwas mehr Luxus. Wer denn mit Spa wirbt...
Wir lieben es halt einfacher und so landeten wir dann bei Onong. Was nicht heißen soll, dass Onongs Palace ganz einfach, oder nur was für Backpacker wäre. Nein, kein Superservice, dafür aber gemütlich.
Lest dazu auch: Onongs_Palace_Tomohon_Sulawesi_Indonesien.html
Mit Onong hatten wir uns sogleich angefreundet. Onong ist ein weltoffener, toleranter und freundlicher Mensch. Äußerst amüsant seine Geschichten, wie er einst einer (Touri-)Liebe nach Deutschland gefolgt war, abgewiesen wurde und dann mehr schlecht als recht, durch die Welt getingelt ist. Dann irgendwann hier in Tomohon sesshaft geworden ist, das Ressort und eine Familie gegründet hat.
Markt TomohonEr zeigte uns zunächst dann die kleinen Sehenswürdigkeiten in der Nähe.

Sehr interessant die Palmwein-Destille! Ein Steigrohr aus Bambus und das ohne Kühlung! Das kann doch nicht klappen! Doch, es funktioniert und der Schnaps hat es in sich ;-)
Rund 60% VOL, aber ungemein mild und lecker, unglaublich. Dazu wird der Palmsaft fertig vergoren in nussähnlichen Früchten von den Palmen geerntet, ein Paradies :-)

Der Besuch der Vulkane Lokon und Mahawu. Dieses Gebiet der Tondanu-Caldera ist vulkanisch noch recht aktiv.

Es folgten Ausflüge zum Tangkoko Nationalpark mit Tarsius Spectrum Äffchen, kleine hüpfende Kobolde. Ein erhabenes Erlebnis ist auch, den seltenen Makaken näher zu kommen.

Weitere Ausflüge führten zu dem See  Danau Linau (Linow) mit seiner typischen Farbe, für das der Schwefel verantwortlich ist. Je nach Schwefelgehalt ändert sich die Farbe des Wassers.

Dienstags und Donnerstags ist Markt in Tomohon. Allerdings sollten Leute mit schwachen Nerven diesem fern bleiben. Gegrillte Ratten, aufgeschnittene und zuvor abgeflämmte Hunde, mal abgesehen von dem Geruch nach Blut und Eingeweiden sind nicht jedermanns Sache.

WasserfallVom Onongs Palace geht eine ca. 5km lange Straße am Highland Ressort vorbei zu einem Dorf. Dort befindet sich ein Wasserfall. Wasserfall? Hier?
Selbst in der Trockenzeit führt dieser richtig viel Wasser. Der Wasserfall stürzt in einen runden, dicht bewachsenen Kessel. Das letzte Stück führt über eine Bogenbrücke, man glaubt, sich in einem Abenteuerfilm zu bewegen.
Der Wasserfall muss vor Jahren mal eine Attraktion gewesen sein, heute ist er weitgehends vergessen. Für den Rückweg sollte man allerdings ein Bemo bemühen, die gut 400m Höhenunterschied sind nicht ohne.

Tipp:
Tomohon liegt ca. 800m hoch. Am Tage sind die Temperaturen recht angnehmen, aber Abends kann es auffrischen. Ein Sweat-Shirt sollte sich deshalb im Gepäck befinden!

Diese 4 Tage waren an sich schon wie ein kleiner Urlaub, aber jetzt war endgültig Schluss...
...uns standen Stunden endlosen Fliegens nach Deutschland bevor, aber wir kommen wieder!

Bei Interesse:
In meinen vorherigen Indonesien-Bericht (Indonesien.html) behandelte ich die Gegend um Lombok mit Tauchsafari, Gili und Bali.
Indonesien.html

 

Indonesien 09 69 Raja Ampat 69 West Papua 69 Nord Sulawesi