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Blog - Sparte Politik
Gaspreise Strompreise Lebensmittelpreise
Eingetragen am 02.06.2008
Was hat die Energiepolitik in Deutschland mit Lebensmittelpreisen, Gaspreisen, Ölpreisen oder sonstigen Preissteigerungen zu tun?
Verzwickt...
Hier einige Gedanken zur Energiepolitik in Deutschland zu Solarstrom, Windenergie, Atomkraft, Unbundling, steigender Preise für Lebensmittel und natürlich zu den Energiepreisen oder anderen Preisen...
Da musste ich mir z.B. eine neue Heizung zulegen, da sie ein Prozent zuviel CO2 verpufft hat, aber was hat die Herstellung dieser neuen Heizung die Umwelt belastet? Mal ganz davon abgesehen, was die Industrie, USA, China, die Schwellenländer oder die Schifffahrt die Luft verpesten.
Es ist ja löblich, dass sich unsere Regierung dem Umweltschutz verschrieben hat, IMHO leider eher aus wahltaktischen Gründen.
Die Welt ist verzwickt und alles ist miteinander verknüpft. Ich habe den Eindruck, dass unsere lieben Politiker nur mit Scheuklappen durch die Gegend laufen und/oder Zusamenhänge nicht erkennen, oder aus ihrer Ideologie heraus nicht erkennen oder zugeben wollen, dass sie Mist gebaut haben oder vielleicht wirklich zu unintelligent sind, über ihren Tellerrand hinaus zu blicken.
Schlimm finde ich, dass auch die Presse und Verbraucherverbände in das gleiche Horn blasen und immer die Versorger als Buhmann hinstellen.
Klar, verdienen die Versorger ihr Geld, aber das ist doch der Sinn eines Unternehmens, oder habe ich da was falsch verstanden?
Mögen die auch für mich ein paar Milliarden zuviel verdienen, umgerechnet auf den Verbraucher sind es aber nur ein paar Cent beim Strom- oder Gaspreis.
Umweltschutz ist ein globales Problem und nur Global zu lösen, was ist da Deutschland? Hier werden kurzsichtig Gesetze erlassen, die nur unsere Wirtschaft und den Bürger wohl in den Ruin treiben sollen. Abgesehen davon, dass unsere lieben Politiker bezüglich Preise für Gas und Strom den schwarzen Peter immer gern auf die Wirtschaft oder Versorger abwälzen möchten.
Dabei ist der Staat der größte Preistreiber!
Da wird über Strompreise, Gaspreise und die Versorger gewettert, aber hat schon mal jemand darüber nachgedacht, dass sich der Fiskus ca. 40% davon einsackt? Bei den Spritpreisen liegt der Anteil mit ca. 60% sogar noch höher.
Der Wirtschaft, sprich Versogern werden per Gesetz immer mehr wahnwitzige und kostenträchtige Auflagen gemacht, wer soll das denn bezahlen? Wir blöden Endverbraucher natürlich.
Strom hat im Einkauf einen Preis, den Versorgern wird per Gesetz auferlegt, Strom aus Blockheizkraftwerken, Solarnergie oder Windkraft zu einem mehrfachen dieses Preises abzunehmen.
Hier ein paar Gedankengänge zu unserer für mich misratenden Energiepolitik in Deutschland:
Unbundling:
Dies bedeutet eine Entflechtung von Netz und Betrieb der Energieunternehmen. Damit sollen die Kosten für den Netzbetrieb transparenter werden. So weit so gut...
Nur müssen die Energieversorger dafür neue Firmen gründen, selbst das Personal muss neu eingestellt werden. Das Personal darf nicht Firmenübergreifend, wie ansonsten in der Wirtschaft üblich, tätig werden.
Wer bezahlt die Zeche?
Atomkraft:
Ich bin auch nicht gerade ein befürworter der Atomkraft, aber was nützt es, hier die Atomkraftwerke abzuschalten um dann den Atomstrom aus maroden Atomkraftwerken aus dem Ausland zu beziehen?
Da reden unsere Politiker davon, den Stromanbieter zu wechseln und sich einen Günstigeren zu wählen. Woher bekommt denn der seinen Strom? Aus teilweise maroden und abgeschriebenen Atomkraftwerken, toll!
Solarstrom:
Völlig uneffektiv und unausgegoren. Es bedarf bestimmt noch viele Jahre der Forschung, bis die Gewinnung mittels Solarstrom einen erträglichen Wirkungsgrad erreicht. Die Versorger müssen den Strom aber zu einem > zehnfachen des Einkaufpreises abnehmen.
Solarstrom ist für mich nur als Insellösung zur Abdeckung eines Grundbedarfs sinnvoll.
Windenergie:
Windenergie ist ein Luftverpester und Kostentreiber schlechthin! Wie das?
Über den Energiebedarf bzw. Strombedrarf über einen Tag hinweg bestehen zuverlässige Statistiken. Diese Energie muss dann zur Verfügung stehen. Nur kann man die zur Verfügung stehende Windenergie nicht genau berechnen, d.h., die konventionellen Kraftwerke müssen in der Lage sein, die Energie auch zur Verfügung stellen zu können, wenn keine Windenergie zur Verfügung steht.
Schön und gut, aber ein Kraftwerk hat eine Anfahrzeit von ca. drei Stunden und berechnen den Energiebedarf ob der Unzuverlässigkeit der Windenergie ohne die Windenergie.
Steht aber zum Zeitpunkt des Energiebedarfs genügend Windenergie zur Verfügung, laufen die Kraftwerke im Leerlauf mit entsprechendem Energiebedarf und Luftverschmutzung.
Die produzierte Menge an Windenergie muss natürlich zu einem mehrfachen des Einkaufspreises bzw. Herstellungspreises für Strom entlohnt werden, wer bezahlt die Zeche?
Windenergie ist nur sinnvoll zur Deckung eines Grundbedarfes als Insellösung oder wenn man mal in der Lage ist, den produzierten Strom zu speichern.
Biogasanlagen:
Hier wird durch Vergärung von Biomaterial Methan, eigentlich so etwas wie Erdgas gewonnen. Damit werden dann Motoren angetrieben, die Wärme und Strom erzeugen.
Tolle Idee nicht? Hat sich auch unser Gesetzgeber gedacht und Fördert diese Anlagen und zwingt die Versorger dazu, den Strom zu einem mehrfachen des Einkaufspreises für Strom abzunehmen, die Zeche zahlen natürlich wir Endverbraucher.
Ursprünglich hatten vornehmlich Landwirte im CDU-regierten Süden Deutschlands (dies mal zum Thema Grünenpolitik) ihre Güllegruben schon 1992 weitgehends abgedichtet und das Biogas, sprich Methan gewonnen. Sie deckten damit ihren Strombedarf und beheizten ihre Wohnhäuser und Ställe mit der Wärme. Die vergorene Gülle wurde dann frei jeglicher Geruchsbelästigung auf die Felder aufgebracht und die Nährstoffe wurden durch die Pflanzen auch besser aufgenommen.
Durch das Erneuerbare Energiegesetz verstehen sich viele Landwirte nun als Energiebauern und die Biogasanlagen schossen wie Pilze aus der Erde.
Da die Vergütung für den produzierten Strom durch die Versorger nun per Gesetz festgelegt wurde, wurde natürlich geklotzt. Es entstanden Anlagen im Megawattbereich Stromleistung. Auf die Gülle greift man natürlich nicht mehr zurück, nun wurden riesige Anbauflächen in Mais-Monokulturen nur für diese Biogasanlagen geschaffen. Die Stromproduktion steht hier im Vordergrund...
Die Folge:
Anbauflächen für Lebensmittel werden knapp, die Preise für Futtermittel oder Lebensmittel nehmen astronomische Höhen an.
Umwelt:
Da die Stromproduktion im Vordergrund steht, wird unsäglich viel Wärme ungenutzt an die Luft, bzw. Umgebung abgegeben. Die Motoren haben weder Filter noch Katalysatoren und verpesten die Luft ohne gleichen und das im Megawatt-Bereich. Die Gülle wird wieder umweltbelastend ausgetragen...
Die jetzigen geförderten Bioganlagen sind für mich Schwachsinn hoch drei!!!
Biokraftsoffe:
Das soll der Anteil an fossilen Brennstoffen reduziert und durch nachwachsene Rohstoffe ersetzt werden. Klar, tolle Idee...
Mal abgesehen davon, dass viele Motoren das nicht vertragen...
Der Bedarf ist in Deutschland nur durch Importe zu decken. Also werden Regenwälder abgeholzt, Anbauflächen, eigentlich zur Lebensmittelproduktion gedacht, mit Pflanzen für Biokraftsoffe bebaut.
Aber es gibt ja uns, die wieder Lebensmittel in die dritte Welt liefert...
Gaspreisbindung an den Ölpreis:
Hier ist das Geschrei immer besonders hoch, wenn bei Gaspreiserhöhungen auf den Ölpreis verwiesen wird. Dieses Verfahren wird nunmehr seit Jahrzehnten praktiziert. Durch langfristige Verträge werden Lieferanten hier Preise zugesichert und die Abnehmer, sprich unsere Versorger können in etwa kalkulieren. Meistens finden Anpassungen aber erst nach Monaten statt, um kleinere Schwankungen nicht in den Gaspreis einfließen zu lassen. Im Moment ist bei den hohen Rohölpreisen natürlich das Gejammer groß. Bevor aber über die Gaspreisbindung an den Ölpreis geschimpft wird, sollte man zuerst mal die Preisentwicklung des Gases und Öles der letzten zehn Jahre miteinander vergleichen. Man wird feststellen, dass der Gaspreis längst nicht die Entwicklung wie der Ölpreis mitgemacht hat.
Zum Einen ist die Gaspreisbindung an den Ölpreis gar nicht so einfach aufzuheben, da langfristige Verträge bestehen, zum Anderen ist es fraglich, ob dadurch der Gaspreis fallen würde.
Denn, man nenne mir einen Grund, warum die Förderlander dann nicht den Weltmarktpreis für Gas von uns verlangen sollten? Weil wir so schöne blaue Augen haben? Denn dann müssten wir den Preis zahlen, der zu erzielen ist und das regelt Angebot und Nachfrage. Ich behaupte mal ganz keck, dass durch die neuen Industrieländer wie z.B. China der Gaspreis noch höher wäre.
Fazit:
Liebe Politiker, hört auf, Unternehmen im Schwarze Peter Spiel als Preistreiber dar zu stellen, wo ihr der eigentliche Preistreiber seid, fasst euch bitte mal an die eigene Nase!
Beachtet bei euren Ideen das Ursache-Wirkung Prinzip und benutzt mal euer Hirn...
Schaut mal über den Tellerrand hinaus und fördert Forschung, die uns wirklich weg vom Öl oder Gas bringt, sei es als Energieträger oder Rohstoff für Produkte!
Meine Meinung:
Die Energiekosten sind mittlerweile astronomisch hoch, verteuern unser ganzes Leben, alles was mit Energie oder Öl zu tun hat, vom Brötchen bis zum Auto.
Preistreiber sind für mich aber nicht die Energiekonzerne, sondern unser Staat mit Steuern, blödsinnigen und kostentreibenden Gesetzen und Auflagen für die Energieversorger, die Förderländer und Spekulanten die mit den Öl- und Gaspreisen satte Gewinne erziehlen.
Die gegenwärtigen Preise sind nur ein Vorgeschmack dessen, was noch auf uns zukommt. Die Gas- und Ölreserven sind endlich, irgendwann ist einfach Schluss. Der Breakpoint ist schon vor Jahren erreicht worden. Was wir jetzt erleben, ist der vorgezogene beginnende Kampf um diese letzten Reserven. Was da in naher Zukunft auf uns zukommt, ist schlimmer als die industrielle Revolution und die beiden Weltkriege zusammen. Das ganze weltweite System wird einmal zusammenbrechen und nur noch Chaos, Mord und Totschlag herrschen.
Begreift die gegenwärtigen staatlich gepushten Preise als einen Anstoß zum Umdenken. Warum muss es mehrere Autos mit immer mehr PS in einer Familie geben und selbst für den Toilettengang das Auto benutzt werden?
Fangt mal an zu sparen! Ladegeräte, die immer am Netz hängen, Handies, Computer, Multimediageräte...
Scheinbar ist der Preis ja noch nicht hoch genug, betrachtet man den Verkehr z.B. am Wochenende. Da wird herumgegurkt ohne Ende...
Immer noch heizen Leute ihre Wohnung und haben dabei Fenster offen...
Strom wird verballert für nix und wieder nix...
Klar, Gas, Öl und Energie sind teuer, aber es ist müßig darüber zu diskutieren, wer nun denn der Preistreiber ist. Das ist naturbedingt erst der Anfang, zieht euch schon mal warm an... ;-)
Hier ein Link zu einem bekannten und empfohlenen Dienstleister zur Berechnung des Strompreises:
www.stromauskunft.de/
Bisherige Kommentare: Kommentar schreiben»
Harter Tobak, der so alles in Frage stellt, was man uns seitens der Politik, Verbände oder Organisationen erzählt. Du bist nicht zufällig in einem Energieunternehmen tätig?
Woher beziehst Du deine Weisheiten?
Dieser Blogeintrag ist zuerst einmal oberflächlich betrachtet. Würde ich alle Behauptungen durch Fundstellen in Gesetzestexten begründen oder näher darauf eingehen müssen, würde dieses Werk zig Seiten umfassen, welches diesen Rahmen hier sprengen würde. Dieser Blog-Eintrag soll nur mal zum Nachdenken anregen.
Nein, ich bin nicht in einem Energieunternehmen oder bei einem Versorger tätig, bin auch kein Aktionär bei einem solchem ;-)
Beruflich bin ich im Staatsdienst, habe mit der Energiesteuer zu tun und komme in viele Betriebe.
Durch diesen Job muss ich mich auch mit Physik und Technik auseinander setzen. Durch Umorganisationen war ich zudem gezwungenermaßen bundesweit tätig.
Die beste Ehefrau von allen ist bei einem Versorger tätig, so dass ich tiefe Einblicke in der Funktion des Energiemarktes habe.
Gewiss nutzen die Versorger IMHO ihre Macht aus, erziehlen deftige Gewinne und verplempern auf vielerlei Art das Geld. Nur, das sind Cent-Beträge auf den Energiepreisen.
Der Batzen der Preissteigerungen wird IMHO durch die Förderer, unserer Regierung mit einer nahsichtigen Gesetzgebung und Spekulanten verursacht.
Meine Aussagen beruhen auf ausgiebige Recherchen und Erfahrungen. Wer Zweifel hat, kann sich ja das Know-How zulegen und selber recherieren ;-)
