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Reisen - Sparte

Eingetragen / aktualisiert am 30.08.2007

Gammel Albö / Gammel Albø

Gamle Albö vom Campingplatz aus gesehenDen Campingplatz erreicht man indem man über Flensburg weiter nach Kolding fährt (A7 - E45). Hier nutzt man die Abfahrt Süd und folgt den Ausschilderungen nach Gammel Aalbo, bzw. zum Campingplatz.

Der Platz ist von Tauchern und Anglern gut besucht. Alles kann in Euro bezahlt werden die Preise für Flaschenfüllungen liegen im normalen Rahmen. Die Kompressorstation befindet sich direkt am Haupteinstieg (Steg). Auch eine Möglichkeit das eigene Boot zu slippen besteht, allerdings ist hierzu nur ein Stück Sandstrand, mehr oder weniger, befestigt worden. Ein Traktor steht bereit falls man mit den PKW dabei Probleme haben sollte.
Boote können auch gemietet werden (für ca. 50-60 Euro/Tag). Will man längere Zeit hier tauchen ist ein Boot durchaus sinnvoll um auch andere Tauchplätze als die Einstiege direkt am Platz erreichen zu können.

Meiner Meinung nach ist der Tauchplatz nicht unbedingt für Anfänger geeignet, da die Strömungen doch ziemlich unberechenbar sind und teilweise starker Bootsverkehr herrscht. Die Sicht ist zwar meistens recht gut, im Sommer trüben aber Schwebeteilchen das Vergnügen. Interessant sind die Wassertiefen bis etwa 20 Meter. Grössere Tiefen lassen sich zwar auch vom Ufer aus erreichen, aber das Leben nimmt dort schlagartig ab. Nordwestlich des Campingplatzes gibt die Seekarte die maximale Tiefe des Kleinen Belts mit immerhin 81 Metern an, die tiefste Stelle in der Ostsee in weitem Unfeld.
Je nach Jahreszeit ist ein Trocki oder halbtrockener Anzug nötig. Mit einer 10er Pulle habe ich 2 Tauchgänge á 40 bis 50 Minuten machen können (maximal 20 Meter Tiefe und etwas Ausnutzung der Strömung), etwas grösseres als eine 15er Pulle sollte eigentlich niemand benötigen (wenn im normalen Rahmen getaucht wird).
Vom Strand aus geht es seicht abwärts zwischen 0,7 und 3 bis 4 Metern Tiefe wechseln sich Seegraswiesen und Sandflächen mit einzelnen miesmuschelbewachsenen Kiesflächen ab. Darunter dominiert kurzstieliger Kelp, dessen lange Blätter sich leider nicht eignen um sich in der Strömung festzuhalten.
An dem palmenwedelähnlichen Kelppflanzen in Norwegen ist es sogar möglich das Tauchboot festzubinden, aber diese Art ist nicht sehr robust und die Haftscheiben lösen sich leicht vom harten Substrat.
Zwischen etwa 4 und 8 Metern Tiefe siedeln unzählige Schwämme in gelben und beigen Farben und überraschen Taucher die bereits andere Stellen der Ostsee kennen. Taucht man tiefer lösen die Seescheidscheiden und Nelken die Schwämme ab. Auf 15 bis 20 Metern sind fast nur noch sie zu finden und machen das Bild recht monoton. Wer sich um etwa 10 Meter Tiefe hält sieht sicherlich am meisten, besonders nachts sind auch die flacheren Bereiche sehr interessant.
Rechts und links von Campingplatz hört der Bewuchs fast schlagartig auf, da hier der Boden auch in grösseren Tiefen fast ausschliesslich sandig ist und keinen Haftboden für Schwämme, Anemonen und Muscheln bietet.

Der Steg am CampingplatzWie schon erwähnt wechseln die Strömungen praktisch nach Belieben Intensität und Richtung. Natürlich laufen sie in der Regel parallel zum Ufer und stellen somit keine wirkliche Gefahr dar. Vielmehr muss man die Ruhe bewahren und nicht versuchen sinnlos gegen eine starke Strömung zu schwimmen, sondern zum Ufer tauchen und die gleichzeitige Abdrift dabei hinnehmen. Auch bezüglich der Motorboote sollte man vorsichtig sein und nach Möglichkeit nur direkt am Ufer auftauchen.
Zu dem Tierarten die ich hier beobachten konnte zählen:
- verschiedene Schwämme, Seenelken, Seescheiden, Seeanmonen und -dahlien, Schlammrosen (alle häufig).
- Strandkrabben, Dorsche und zusätzlich bei Nachttauchgängen Flundern, Klieschen, Aalmuttern, Steinpicker, Grundeln (alle häufig).
- Nacktschnecken, Schlangennadeln, Skorpionfische, Seehasen, Aale, Butterfische, Seespinnen (etwas seltener).

Sicherlich kann man auf viele andere Arten Treffen, besonders da Tiefe und Strömung eher ostseeuntypisch sind und sich hier auch einge Arten gern aufhalten die man sonst eher in der Nordsee antrifft (z.B. der Köhler, wohl besser bekannt als Seelachs).

 

Gammel Alboe