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Blog - Sparte Hobby-Freizeit
Erfahrungsbericht Tandem Fallschirmsprung
Eingetragen am 10.08.2010
Diashow mit Videoclips:
Es gibt gewisse Dinge, die muss man ein mal im Leben gemacht haben, z.B. ein Tandemsprung...
Ein Erfahrungsbericht...
Dazu gehört z.B. der Sprung aus einem Flugzeug mit einem Fallschirm. Was lockt Menschen aus einem funktionierenden Flugzeug zu Springen? ;)
Ich denke, je sicherer das Leben ist, desto mehr sucht man nach einem Kick. Dem Ausstoß von Adrenalin folgt ein Ausstoß von Serotonin und Dopamin, Glücklichmacher im Hirn.
Nu ja, egal, für mich musste mal wieder solch ein Kick her und ich ließ mich überreden. Bekannte hielten mich für ballaballa oder ihnen befiel das Grausen.
Wobei das eigentlich eine völlige Fehleinschätzung von Gefahren ist. Tausende sterben jährlich in DE im Straßenverkehr, aber würde jemand sagen: "Ich fahre kein Auto mehr, zu gefährlich..."
Tausende Sprünge werden durchgeführt und nichts passiert, also von gefährlich kann nicht wirklich die Rede sein. Soweit die Logik... ;-)
Aber irgendwie ist das doch was, befindest dich kilometerweit in der Luft und sollst aus einem funktionierenden Flugzeug springen...
Hier mal meine Erfahrung bei meinem ersten Fallschirm Tandem-Sprung.
Ich hatte einfach beschlossen, jetzt oder nie. Damit ich nicht kneife, hatte ich einfach nicht über mein Tun nachgedacht. Eine Woche war es hin bis zum Sprung, auch hier, nur kein Gedanke an den Sprung verschwenden.
Nun war der Tag des Ereignisses da, aber ich war doch seltsamerweise recht ruhig, hatte sogar noch einen Mittagsschlaf gehalten. Selbst auf dem Flugplatz befiel mich keine Unruhe. In aller Ruhe zog ich meinen Overall an, ließ mich Verzurren, lauschte den Anweisungen.
Dann ging es hinein in den kleinen Flieger mit einem weiteren Tandem-Paar und zwei richtigen Springern. Ganz schön eng in der kleinen Kiste und wieso hat der Pilot auch einen Fallschirm umgebunden?
Vielleicht hat mein Hirn die Situation noch nicht erfasst, jedenfalls war ich immer noch die Ruhe selbst. Blöde, ich wollte doch einen Kick, also versuchte ich etwas Unruhe in mein Hirn zu bringen. Ich stellte mir vor, auf die Erde zu stürzen und der Fallschirm ginge nicht auf.
Wie das wohl wäre, gerade bist du im Leben, nimmst die Umwelt wahr und im nächsten Moment folgt Dunkelheit und Schwärze, nichts, aus, wech...
Brachte nichts, ich war immer noch ruhig, einfach nur ne Philosophische Betrachtung. Zu schön war der Ausblick, das Wetter optimal und der Ausblick mit den Wolkenformationen einfach zu schön.
Nach 20 Minuten hatten wir unsere Sprunghöhe von 3000m erreicht und wir machten uns fertig. Zuerst sprangen die richtigen Springer und dann waren wir dran und wir "hüpften" zum Ausgang wo wir kurz innehielten.
Doch jetzt, an der Kante sitzend, der Blick auf die tief unten liegende Erde gerichtet, entfiel mir kurz ein "Scheiiiße...". Keine richtige Angst, aber irgendwie undefinierbar, der erste Adrenalinausstoß...
Schwups, befanden wir uns auch schon im freien Fall. Dieser Moment mit den 3, 4 Saltos war so was von geil. Himmel, Erde, Himmel, Erde...
In diesem Moment, wo auch mein Magen jauchzte, spürte man so was von Schwerelosigkeit. Schnell hatten wir uns stabilisiert und rasten mit ca. 200 km/h auf die Erde zu.
War das geil, das Atmen fiel schwer, man spürte den Wind im Gesicht und Erde raste auf einen zu. Hier kam dann wieder der Gedanke, was ist, wenn sich die Fallschirme nicht öffnen würden...
Ehrlich, ganz ehrlich, das war mir in diesem Moment völlig egal! Diese Geschwindigkeit, das Fühlen der Luft, die Schönheit der Mutter Erde, das Adrenalin im Blut...
In Sekunden dachte ich an ein paar schöne Dinge in meinem Leben, was ich doch für ein nettes Leben gehabt habe und dies wäre doch der krönende Abschluss.
Auch in der Nachlese glaube ich, ich hätte es zwar mistig gefunden, wäre aber bestimmt nicht ausgerastet und hätte mich dem Schicksal bis zum Schluss genussvoll gefügt ;)
Meine verqueren Gedanken wurden nach ca. 35 sek. durch das Ziehen der Reissleine jäh unterbrochen. Nach einem heftigen Ruck folgte das sanfte Gleiten mit dem Schirm.
Die heutigen Schirme sind ja lenkbar und ich durfte auch mal ans "Ruder". Gleich kam meine Natur wieder durch und hatte es wahrscheinlich wieder übertrieben ;-)
Diese engen Kurven von rechts nach links hatten was von Achterbahn. Mein Sprungpartner übernahm wieder das "Ruder" und setzte eine sanfte Punkt-Hosenbodenlandung hin.
Schade, schade, das Feeling währte viel zu kurz. Auch subjektiv verging die Zeit wie im Fluge... ;)
Wie meinte Chefe Steffen: "Vorsicht Suchtgefahr"
Ne, ich hatte keine Angst, mein Adrenalinausstoß mit anschließendem Glücksgefühl resultierte aus der Athmosphäre, dem Fliegen, der Schönheit der Erde, dem Rausch des freien Falls und der Geschwindigkeit.
Wer dies, sich und mal über seinen Schatten "Springen" möchte, sollte sich unbedingt einmal einen Sprung gönnen!
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