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Eingetragen / aktualisiert am 07.05.2009

Der Artikel 5 der EU-Richtlinie zur Privatsphäre und Elektronischer Kommunikation (ePrivacy Richtlinie) sieht vor, dass der Internetnutzer vor dem Abruf jeder Seite der Verwendung von Cookies aktiv zustimmen muss.
(Quelle: http://www.internet4jurists.at/gesetze/rl_datenschutz.htm)

Wer hat sich das wieder ausgedacht? Müssen diese Eurokraten denn immer in unser Leben eingreifen, meiner Meinung nach ohne Plan von irgendwas?
Zunächst einmal zum Verständnis:

Was ist ein Cookie?

Ein Cookie, vom englischen Wort für Plätzchen ist eine kleine Datei von ca. 1 kb, die auf dem Computer des Nutzers hinterlegt wird. Hier können manigfaltige Informationen hinterlegt werden. Browserdaten, IPs, Referers (auf welcher Website man sich vorher befunden hat), LogIn-Daten, Warenkörbe u.s.w.

Für bestimmte Anwendungen wie Foren, Shops u.s.w. sind Cookies für eine komfortable Funktion nahezu unerlässlich um einen Nutzer eindeutig zu identifizieren.
In Veruf geraten sind Cookies, da mit ihrer Hilfe u.a. Nutzerprofile zur gezielten Werbung erstellt werden können. Daran dachten vielleicht auch die Eurokraten mit ihrer Idee der Zustimmung.

Praxis

Jeder Unternehmer möchte Umsatz generieren und dazu gehört, dass seine Anwendungen wie z.B. ein Shop funktioniert. Sind bei dem Internetnutzer keine Cookies aktiviert, erfolgt in der Regel ein Hinweis auf die gespeicherten Daten mit Hilfen zum Aktivieren von Cookies.

Konsequenzen
Den normalen Internetnutzer halte ich für recht unwissend, er kann kaum mit seiner Software, sprich Browser umgehen oder weiß gar nicht, was ein Cookie ist.
Da Cookies standardmäßig in den Browsern aktiviert sind, funktionieren natürlich auch die Anwendungen. Wird nun jener Internet-Nutzer beim Besuch eines Shops danach gefragt, ob er Cookies zulassen möchte, klickt er wahrscheinlich auf "nein" und die Anwendung funktioniert nicht. Die Folge ist ein Umsatzausfall für den Unternehmer.
Auch bei der Online-Werbung könnte es zu erheblichen Verdienstausfällen kommen, wenn nicht mehr nachvollzogen werden kann, von welcher Seite ein Klick auf einen Link vollzogen worden ist.
Stimmen sprechen hier gar von einer Gefährdung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit. Nun, das halte ich für überzogen, denn schon jetzt muss ein Webseiten- oder Shopbetreiber technische Maßnahmen ergreifen, damit potentielle Kunden mit abgeschalteten Cookies nicht verloren gehen.

Meine Meinung

Die Daten in einem Cookie sind nicht personifiziert, d.h. die Daten sind keiner Person zuzuordnen. Welche Privatsphäre soll da geschützt werden?
Jeder hat die Möglichkeit, Cookies in seinem Browser zu deaktivieren, wer nicht mit seiner Software umgehen kann oder dazu zu blöde ist, wozu Gesetze oder Richtlinien?
Wir bekommen immer mehr amerikanische Verhältnisse, Gesetze und Richtlinien für Blödheimsel zum Schaden von Unternehmern. Erinnert mich an das selbst gelesene Schild:"Keine Katzen zum Trocknen in die Mikrowelle...".
Auch ich bin gegen diese Sammelwut von Daten, aber jeder hat es doch in seiner Hand! Hier wäre eher Aufklärung gefragt.
Muss denn für jeden Blödmann ein Gesetz erlassen werden? Wenn ich ein Auto bewegen will, muss ich auch wissen, wie ich es zu handhaben habe.
Kommt die Richtlinie durch, werden wir zunehmend mit Meldungen auf Webseiten genervt, als ob das schon jetzt nicht schon genug wäre. Tja, und dann die lieben Abmahnanwälte, die bekämen garantiert auch wieder etwas zu tun.
Viel schlimmer ist die Sammelwut von Daten und deren erklecklicher zum Teil legaler Verkauf bei Kundenkarten, Preisausschreiben u.s.w.
Hier geben die Leute zum Teil alles mögliche und Privates Preis, was ist damit?

Diese Eurokraten sollten besser gegen die kommerzielle Ausschlachtung von Personendaten, insbesondere gegen Bauernfängerei vorgehen, als Webseitenbetreibern Hürden für nichts aufzuerlegen, die nur Geld und Aufwand bedeuten!

 

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