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Eingetragen / aktualisiert am 10.08.2008

Da schlage ich heute die Tageszeitung auf und lese von einem höchstrichterlichen Urteil, dass die Kosten für den Kirchenaustritt selber zu tragen und zumutbar sind.
Nun ja, eigentlich wirklich eine Kleinigkeit, aber eine, die mir die Hutschnur hoch treibt und das Fass zum überlaufen bringt.
Leben wir vielleicht in Deutschland in einem kirchlich christlichem Religionsstaat?
Nun ja, betrachtet man einige Dinge, ist die Antwort ganz leicht ;-)

Lese dazu auch: Kirche und Glauben    Religion

Es kann ja jeder glauben was er will und wenn eine Gemeinschaft an Donald Duck als ihren Gott glaubt, ihre Sache. Aber wieso dann der Staat die Mitgliedsbeiträge dafür einzieht, erschließt sich meinem Hirn nicht.

Hierzulande werden m.E. schon die Kinder einer Gehirnwäsche unterzogen und in die kirchlich christlichen Institutionen gedrängt.
Religionsuntericht an den Schulen ist für mich nichts anderes als staatlich verordnete Gehirnwäsche.
Ohne dass sich Babys wehren können, werden sie getauft und gleich in eine Schiene gezwängt. Dies ist eine Zwangsmaßnahme, die m.E. nur dem Nutzen der Kirche beim Schafesammeln und späterer Kirchensteuer dient. Schon mal darüber nachgedacht, was die Taufe bedeutet? Sozusagen die Unterschrift, ein Bekenntnis. Lachhaft, wie ein Baby bekennen kann...
Werden die Kleinen erst mal konfirmiert oder gehen zur Kommunion, hängen sie spätestens dann drin im Schlamassel und müssen später den Amtsschimmel wiehern lassen, um da wieder raus zu kommen. Den Blagen geht es doch nur um die Geschenke, über die Konsequenzen sind sie sich auf Grund des Alters doch gar nicht bewußt, geschweige davon, dass sie jemand aufklärt. Gerade bei Jugendlichen ist von geistiger Reife und Geschäftsfähigkeit die Rede, aber in Punkto Glauben und Kirche wird das über Bord geschmissen und sie sollen als Erwachsene bei Herrn Amtsschimmel die Suppe wieder auslöffeln und die Kosten tragen! In normalen Rechtsgeschäften mit Jugendlichen bestehen hier eigentlich eindeutige Rechtsvorschriften, scheinbar aber nicht in Bezug auf Kirchen!
Mal abgesehen davon, dass sie sich oftmals in diesem Alter nicht gegen den psychologischen Druck seitens Eltern oder Schule wehren können...
An meinen Ärger in Schule und Familie kann ich mich noch gut erinnern, als ich beschloss, dass mir Religion und erst recht die Kirche ganz weit weg bleiben sollen...

Wieso zieht der Staat überhaupt die Beiträge für die Kirche ein? Mag das ja aus der Geschichte von früher her begründet sein, als die Kirche noch eine noch größere Macht im Staate war, aber heute?
Wieso muss ein nicht in der Kirche eingetragener Alleinverdiener für sein Kirchenmitglieds-Ehemensch Kirchensteuer zahlen? Das ist doch wohl ein schlechter Witz!
Das Geblubber, dass die Kirche soziale Leistungen erbringt, kann ich nicht mehr hören. Einerseits kassiert die Kirche Kirchensteuer, andererseits bekommt sie für ihre sozialen Einrichtungen m.W.n. zusätzlich noch die üblichen staatlichen Zuschüsse. Es ist auch so oder so kein Argument, soll doch die Kirche ihre Beiträge selber einziehen!

Für mich ist die Kirche genau so ein Verein wie jeder andere auch. Wieso nennt man sie überhaupt Körperschaft des offentlichen Rechts? Ein Hohn ist das in meinen Ohren!
Wie kann das sein, dass der Einzug der Kirchensteuer sogar im Grundgesetz verankert ist?
Wieso muss ich als Erwachsener kostenpflichtige und überhaupt Maßnahmen bei staatlichen Verwaltungen ergreifen um aus der Kirche wieder heraus zu kommen, wo mich Eltern oder der Staat mehr oder weniger herein gedrängt haben?

Es wird endlich mal Zeit, dass sich der Staat von der Institution Kirche löst und als das behandelt was sie ist, ein Verein, eine Gemeinschaft, was auch immer!

Was haben bitte schön Kreuze in den Schulen oder manchmal Amtsstuben verloren?
Ein gerade ergangenes Urteil verdonnert einen Lehrer, wie kann es anders sein, in Bayern dazu, ein Kreuz in der Klasse zu tolerieren. Gleichzeitig verbietet man aber Muslime, Zeichen ihres Glaubens dort zu verewigen. Eine Lehrerin mit dickem Kreuz um den Hals ist erlaubt, aber die muslemische Lehrerin darf kein Kopftuch tragen? Also entweder haben wir eine Religionsfreiheit oder nicht! Es sollte dann doch gleiches Recht für alle gelten!

Wieso soll ich bei Gericht auf die Bibel und Gott schwören? Ich habe mit dem Geschichtsbuch nichts am Hut, geschweige davon, welchen Gott meinen sie eigentlich...
...der hat innerhalb der Kirche ja scheinbar noch nicht einmal einen Namen! :-)

Da wird z.B. von Fanatismus bei Muslimen geredet, aber sind die Christen wirklich besser? Ok, sie sprengen sich nicht gleich in Luft, aber hat schon mal jemand auf dem Land gelebt? ;-)
Ich denke, die Kirche oder die Christen sollten sich da mal besser bedeckt halten und an die eigene Nase fassen!

Schon mal die bayerische Verfassung gelesen? Erziehung zum Glauben, die Frau an den Herd...
Hallo?!

Ich möchte das mal erleben, wenn es hier ein Politiker mal wagt, eine wirkliche Trennung von Kirche und Staat durchzuführen ;-)

Neulich: Wieso will die Meldebehörde meine Religionszugehörigkeit wissen? Ein Online-Abmeldeformular (Stadt Nürnberg) konnte nicht ausgefüllt werden, da eine Nichtreligionszugehörigkeit gar nicht vorgesehen ist! Hallo?...

Mal abgesehen davon, dass ich das Sonntagmorgendliche Gebimmel ertragen muss, ich aber meine Stereoanlage nicht aufdrehen darf...

Allmählich geht es mir wirklich auf den Nerv!

Wie gesagt, soll jeder Glauben was er mag, soll es für jeden Glauben Institutionen oder Vereine geben, aber bitte mögen diese sich aus meinem Leben heraus halten. Erst recht möge ich in diesem Staat als neutraler Mensch behandelt werden, wenn ich mit Institutionen des Staates zu tun habe! Dazu gehören m.E. auch die Schulen! Hier möchte ich nicht mit Religion und schon gar nicht mit deren Vertretern konfrontiert werden!
Glaube, Religion und Kirchen sind Privatsache und dies hat innerhalb der Verwaltungen oder Politik nichts, aber auch gar nichts verloren.

Ich sehne den Tag herbei, wo in Deutschland endlich einmal eine wirkliche Trennung von Kirche und Staat durchgeführt wird.!
Es kann doch nicht sein, dass eine Glaubensgemeinschaft solch eine Macht genießt.

Solange dieser Staat die Beiträge für die Institution Kirche eintreibt, diese Sonderrechte in diesem Staat hat, kann man sich nicht des Eindruckes erwehren, dass Deutschland ein christlicher Religionsstaat ist.

...wobei sich Christentum und Kirche eigentlich widersprechen ;-)

Ich würde unter Verfolgungswahn leiden, meinen einige Mitmenschen... ;-)
Dass sich so schnell nichts ändern wird und dass es hier eine Religionsmacht gibt, siehe Frau Özca...


April 2010:

Da soll Frau Özcan neue Sozialministerin in Niedersachsen werden. Der Name verspricht es schon, sie ist Muslimin. Einige halten dies für einen Schachzug, aber egal...

Ich finde die Frau jedenfalls klasse. Sie versucht zu vermitteln und hat auch in Bezug auf Integration vernünfige Ansichten. Eine ist z.B., religiöse Symbole aus deutschen Schulen zu verbannen. Sie meinte ausdrücklich ALLE.
Vernünftig, aber was passiert? Quer durch alle Parteien ein Geschrei und Gezeter, im Blätterwald liest man nur noch Kruzifix, "Muslimin will Kruzifixe in Schulen verbieten..."
Hat sie doch so nicht gesagt, der ganz religöse Kram, auch z.B. Kopftücher, sollen raus...
Nach diesem neuerlichen Fall frage ich mich ernsthaft, was unterscheidet Deutschland eigentlich von den muslimischen Staaten, über die hier so gerne gerade an Stammtischen hergezogen wird?
Vielleicht nicht gar so extrem, aber meiner Meinung nach herrscht hier genau der gleiche intolerante staatlich verordnete religiöse Brei vor, für mich ein Religionsstaat Deutschland...
 

 

Christlicher Religionsstaat Deutschland