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Diverses - Sparte

Eingetragen / aktualisiert am 22.07.2009

Aufmerksam geworden dadurch, dass mir jemand Karten verkaufen wollte und mit einer Abmahngefahr drohte, habe ich mich schlau gemacht.
Dieser Artikel betrifft in erster Linie gewerbliche Seitenbetreiber.

Google Earth war ja schon eine geniale Erfindung. Es folgte Google Maps, was auf Google Earth aufbaut.
War es zunächst über die Google API recht schwierig, Google Maps in die Homepage einzubauen, bot Google dann sehr schnell die Möglichkeit für jedermann an, eigene Karten in die Homepage zu integrieren.
Nicht nur Karten, Satellitenbilder, auch Bilder und ganze Tourenbeschreibungen sind möglich. Niemand hatte es mehr nötig, irgendwo Karten zu klauen, auf den ersten Blick...

Nun, nahezu unbemerkt, hat Google seine Nutzungsbedingungen für Google Maps geändert.
Zitat Google:

Einzelnutzer dürfen Google Maps einschließlich lokaler Suchergebnisse, Karten und fotografischer Abbildungen ausschließlich zu persönlichen, nichtgewerblichen Zwecken nutzen.
Eine gewerbliche Verbreitung ist nicht zulässig, ausgenommen der Zugriff auf und die Anzeige von Kartendaten über die Google Maps API entsprechend den allgemeinen Geschäftsbedingungen für das API.

Dies bedeutet für all die gewerblichen Seiten, die die Google Maps immer noch einbinden, dass eine nicht geringe Gefahr einer Abmahnung besteht.
Siehe Google: www.google.de/search
Alleine die Verwendung der API mit einem eigenen Schlüssel ist laut Google scheinbar erlaubt. Dies ist eine auf JavaScript basierende Schnittstelle die einen Datenbankzugriff auf Google hat. Wobei ich nicht verstehe, wo der Unterschied zwischen der normalen Einbindung und der API sein soll. Letztendlich ist doch die Anwendung oder das Ergebnis entscheidend, oder...?
Eigentlich kann man froh sein, dass Google seine Nutzungsbedingungen geändert hat, denn schon vorher drohte eigentlich eine Abmahnung.

Das Problem scheint zu sein, dass nicht Google der Lizenzgeber ist, sondern von Dritten Lizenzen an Google vergeben worden sind. Google durfte wohl nur für rein private Seiten Unterlizenzen vergeben. Diese Dritten sind es dann, die ihre Rechte geltend machen, da sie offensichtlich eine Verwendung auf kommerziellen Seiten grundsätzlich untersagen.
Google hat für mich viele insbesondere gewerbliche Webseitenbetreiber mit der Aufforderung „Google Maps Ihrer Website hinzufügen:“ in die Irre geführt. Auch der jetzige Hinweis auf die Google Maps API ist im Grunde nach m.M.n. kein Unterschied zu der angebotenen iFrame- (Inlineframe) Lösung.

Für mich lässt Google seine Nutzer im Stich.
Zitat Google:

Die Nutzung des Inhalts von Drittanbietern kann unter Umständen zusätzlichen Geschäftsbedingungen unterliegen...

Der weiterführende Link dort führt auf eine englische Seite, die zumindest für mich kaum verständlich ist.
Ich finde es befremdlich, dass Google seine jetzigen Nutzer nicht auf die Änderungen aufmerksam gemacht hat und selbst jetzt für mich keine klare Position bezieht. Für mich ist das alles recht schwammig ausgedrückt.
In wie weit evtl. Schadensersatzansprüche gegen Google bestehen, wenn Google in schuldhafter Art und Weise den Verwender von Google Maps nicht ordnungsgemäß über die Zulässigkeit der Nutzung informiert hat, obliegt anderen Stellen. Aber letztendlich ist der Website-Betreiber für die Einhaltung von Rechten verantwortlich und hat zunächst einmal den schwarzen Peter.

Auf Grund der jetzigen Lage kann ich nur anraten, Google Maps weder über die API, noch über einen Iframe in die eigene kommerziell betriebene Webseite einzubinden!

Gewerbliche Seitenbetreiber sollten sich alleine auf das Setzen eines gefahrlosen Links beschränken!

 

Abmahnung wegen Google Maps